Dioscorea villosa

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ZENTRALE BEGRIFFE


Dioscorea villosa, Wilder Yams
(Familie: Dioscoreaceae) ist eine in Nordamerika beheimatete, sehr variable Kletterpflanze.
Die Bezeichnung villosa stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „zottig, rau“.

Der Nabel der Welt, Verbindungspunkt zwischen oben und unten, zwischen sich und anderen. Die Nabe, welche das Rad zusammenhält.
Ist mit Ausstrahlung, Einfluss, Verbindung beschäftigt. Verliert dadurch den Bezug zur eigenen Mitte. Verknotet, verdreht, windet sich um Fragen von Egoismus und Altruismus, ich und du, Bindungen zwischen den Menschen usw. Überwältigender Gedankenzudrang. Versucht durch schnelles Reden alles auszudrücken, was ihm durch den Kopf geht, verheddert sich dabei. Ebenso bedrängt von sexuellem Verlangen und schwächenden Samenergüssen. Leidet unter diesem verwirrten, unübersichtlichen Zustand.
Konkreter Einfluss auf die Welt scheint ihm zu gering, fühlt sich ungeschickt, unbedeutet, ein Rädchen in der Masse statt der Nabel der Welt.
In einer kompensatorischen Haltung kann er im Mittelpunkt einer grossen Gruppe stehen und deren Bedürfnisse und Bindungen managen.

Worauf richtet sich der Fokus der inneren Aufmerksamkeit?
Dioscorea reagiert empfindlich, wenn seine Funktion als Radnabe, als Nabel, als Zentrum seiner Welt in Frage gestellt wird oder sich als unwirksam herausstellt. Wenn er den Überblick über das verliert, was zwischen ihm und anderen Menschen passiert, wenn er im Paar- oder Familienbereich Störungen und Krisen erlebt, reagiert er irritiert, verunsichert und gekränkt. Auch spirituelle Krisen können ihn krank machen.



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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen

Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)

Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)

Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)

Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen





THEMENLISTE


1. Gedankenzudrang, Fehler beim Sprechen
Nennt Dinge mit falschem Namen, wenn er das linke Bein oder den linken Arm meint, schreibt er rechts. Muss es korrigieren, am Abend. K 1.1.1
Redet zu schnell, spricht oft einen ganzen Satz nicht zu Ende, bevor sie den nächsten Gedanken ausspricht. Sie ergänzt den fehlenden Satzteil aber später. K 1.2.1
Spricht zu schnell, indem sie einzelne Worte nur zur Hälfte ausspricht, so dass die Endbuchstaben wegfallen. Sie wiederholt die fehlerhaft ausgesprochenen Worte aber etwas später und spricht sie dann vollständig aus. K 1.2.2
Spricht schnell, die Worte gehen manchmal ineinander über, die letzte Silbe des vorhergehenden Wortes wird undeutlich ausgesprochen, ohne dass sie ganz verschluckt wird. K 1.2.3
Er spricht seine Sätze oft nicht ganz zu Ende, weil der neue Gedanke schon wieder ausgesprochen wird. K 1.2.4
Sprechen & Stimme; Heiserkeit Rep JCh

2. Alleinsein und Gesellschaft
Möchte allein sein, habe keinen Gefallen an Gesellschaft. Sonst habe ich weibliche Gesellschaft gern, jetzt Abneigung dagegen. K 4.1.1
Fühle mich abgestumpft, möchte allein sein, Unterhaltung ist unangenehm. K 4.1.2
Kann fröhlich scheinen, blickt aber nach unten, wenn er auf der Strasse ist. K 4.1.3
Gemüt; Furcht vor Menschen, Anthropophobie Rep Kt
Gemüt; Furcht vor einer Menschenmenge Rep Kt
Gemüt; Furcht vor Männern Rep Kt

3. In der ganzen Zeit, in der ich schlief, war ich mir in verwirrter Weise der Unterhaltung um mich herum bewusst. K 8.8

4. Laszive Träume
Schlaf voller lasziver Träume. K 8.11.5
Laszive Träume und Erektionen im Schlaf. 8.11.7
Samenergüsse mit lebhaften Frauenträumen die ganze Nacht. K 8.11.8
Die ganze Nacht hindurch hat er Erektionen und selten erotische Träume. K 8.11.10

5. Schwächende Samenabgänge
Häufige Samenabgänge. Sein Gedächtnis war schlecht geworden. K 1.4, 218.7.6
Nächtliche Samenabgänge. Lahmer Rücken, schwache Knie. Laszive Träume und Erektionen im Schlaf. Zeitweise fühlt er sich am Morgen so schlecht, dass er lieber fast die ganze Nacht aufbleibt, um es zu vermeiden. K 218.7.2
Häufige nächtliche Samenergüsse mit grosser Niedergeschlagenheit des Gemüts. K 218.7.3
Samenergüsse mit lebhaften Frauenträumen die ganze Nacht, grosse Nieder-geschlagenheit des Gemüts, Knie sehr schwach. K 218.7.4
Atonische Samenergüsse, nachts zwei oder drei Träume mit Samenerguss. Den darauffolgenden Tag fühlt der Kranke sich schwach, besonders in den Knien K 219.7.9
Fälle von nächtlichen Samenergiessungen, in denen die Patienten fast idiotisch geworden waren hierdurch. K 218.7.10
Atonische Pollutionen 2-3 mal wöchentlich, die ihn sehr schwächen, besonders in den Knien, und zugleich psychisch sehr deprimieren. K 218.7.11
Häufige nächtliche Samenabgänge, jedesmal stärker, wenn er Süssigkeiten isst. K 218.7.12
Samenabgänge. Fühlt sich abgestumpft und schlecht. K 5.1.8
Gemüt; Gereiztheit bei Samenerguss Rep Boe O.

6. Abgestumpftheit
Fühle mich abgestumpft und dumm. K 5.1.2 und 3
Fühle mich abgestumpft und übelgelaunt. K 5.1.4
Sein Gedächtnis war schlecht geworden, er hatte keine Energie mehr. K 4.2.5
Fühle mich abends abgestumpft und dumm, am Vormittag aber wohl. K 5.1.7

7. Verschlechterung durch geistige Anstrengung
Ungewöhnliche Abgespanntheit beim Erwachen, mit Abneigung gegen geistige Anstrengung. K 4.3.1
Druck in der Stirn, manchmal ganz leichtes Stechen, das ist seelisch bedingt, wenn im Studium viel kommt, dann bekomme ich wieder Kopfweh, durch geistige Anstrengung. Ich habe manchmal ziemlich Einschlafschwierigkeiten, wenn ich vor einer Prüfung Angst habe. K 4.3.2
Geistige oder körperliche Anstrengung rief einen Anfall (Schmerz an der Crista iliaca) hervor. K 4.3.6
Angina abdominalis, Folge sowohl nervöser Erschöpfung nach geistiger Anstrengung, als auch von Nikotinabusus. K 4.3.9

8. Arbeit
Es ist eine Plage, wenn ich morgens mit der Arbeit anfangen soll. Wenn ich dann in der Arbeit drin bin, läuft es. K 6.3.3
(…) Wenn ich im Haus herumschaffe, denke ich vielleicht nicht daran. (…) K 2.2.10
Hunger vor einem Anfall von Bauchschmerzen und handwerkliche Ungeschicklichkeit. K 178.14.2

9. Sie litt stark unter Angina pectoris, die zu jeder Zeit auftreten konnte, aber immer in der Kirche schlechter war. Die Angina war ein plötzlicher und heftiger Krampf oder krampfartiger Schmerz hinter dem Sternum, in einer Linie mit dem Herzen, der bis zum Rückgrat durchging. K 118.10

10. Beziehung zu Frauen
Glaubt, verhext zu sein. K 1.3.3
Möchte allein sein, habe keinen Gefallen an Gesellschaft. Sonst habe ich weibliche Gesellschaft gern, jetzt Abneigung dagegen. K 4.1.1
Samenergüsse mit lebhaften Frauenträumen die ganze Nacht. K 8.11.8

11. Nabelbeschwerden. Sie hatte das Gefühl, durch die Speichen eines Rades zu sehen und sich mit den Händen an anderen Speichen festzuhalten, während die Nabe des Rades sich am Nabel befand. K 1.3.2

12. Im August/September und im Januar/Februar kamen die Schmerzen wieder "wie ein Schicksal". Krampfartige Beschwerden im Magen. K 170.25.6

13. Ein scharfer Schmerz ging vom linken Oberschenkel zum Oberkopf, wie ein elektrischer Schlag, beim Hinlegen nach dem Mittagessen war der Schmerz so heftig, dass ich aufspringen musste. K 3.5.1

14. Schmerz auf der Unterfläche der rechten grossen Zehe, als würde eine Nadel hineingestochen, er liess mich aufspringen und den Fuss schütteln, 22 Uhr. K 3.5.8

15. Die Magenkolik verstärkt sich in unregelmässigen Paroxysmen von grosser Heftigkeit, die zum Zusammenkrümmen zwingen und in einzelnen Fällen den Tod herbeiwünschen lassen. Die Schmerzen werden beschrieben, als ob der Patient am liebsten den Magen aufreissen möchte. K 3.6.7

16. Schmerzen drehend und windend
Windend-drehender Schmerz im linken Hypochondrium. K 26.2.1
Windend-drehende Schmerzen im Hypogastrium. K 26.2.2
Drehender, krampfartiger Schmerz in der linken Seite, unterhalb der Achselhöhle. K 26.2.3
Heftiger, scharfer, verdrehender Schmerz unmittelbar unter der linken Achselhöhle, besser durch Bewegung. K 26.2.4
Heftiger drehender Schmerz im Grundgelenk des rechten Daumens. K 26.2.5
Wenn ich im Geschäft von oben etwas herunternehmen muss, dann ist es mir, als ob der Gallenstein sich herumdrehen würde. K 26.2.6
Dann spüre ich es, als ob es irgendwie im Magen sich drehen würde, aber nicht so, dass Übelkeit nach oben vorhanden wäre. K 26.2.7
Unterbauchschmerzen. Schmerz sehr heftiger, drehender Art. K 26.2.8
Schmerz in der rechten Bauchseite. Er beschreibt den Schmerz dadurch, dass er seine Finger ineinander verdrehte und sagte: genau so ist der Schmerz. K 26.2.9
Enteralgie mit windenden, drehenden Schmerzen. K 26.2.10
Diarrhoe meistens, nicht immer von den eigenartigen, drehenden, lanzinierenden Schmerzen am Nabel begleitet. K 26.2.11
Bauchschmerzen. Schmerz 19 Uhr von ständig drehender Art. K 26.2.12
Kolik. Die Schmerzen werden oft als schraubend, krampfend oder lanzinierend beschrieben. Oft ein drehender, schraubender Schmerz. K 26.2.13
Schmerzen drehend, wie Kolik, durch den Oberbauch. K 26.2.14

17. Beim Treppenheruntergehen schien etwas zu krachen in der Wade, ich kann das Bein nicht mehr beugen, die Sehnen sind wie verknotet. K 100.5.5

18. Unerträgliche Schmerzen
Schmerz zwischen den Augen und über dem rechten Auge den ganzen Tag, nachmittags so heftig, dass ich es nicht aushalten konnte und Medizin nehmen musste, um meine Patienten versorgen zu können. K 3.6.1
Scharfer Schmerz links in der Lumbalgegend, der mich hintenüberzog, so dass ich laut aufstöhnte. K 3.6.2
Litt an höchst intensiven, quälenden Schmerzen Tag und Nacht bei biliöser Kolik. K 3.6.3
Heftiger, anhaltender Schmerz unterhalb des Nabels. Er glaubte, sterben zu müssen, wollte Morphium haben, damit er nicht mit solcher Todesqual sterben müsse. K 3.6.4

19. Nabel
Wahnsinn. Sie pflegte wie verrückt durchs Zimmer zu rennen mit der Hand auf dem Nabel: "Ich brenne, genau da!" K 1.3.1
Nabelbeschwerden. Sie hatte das Gefühl, durch die Speichen eines Rades zu sehen und sich mit den Händen an anderen Speichen festzuhalten, während die Nabe des Rades sich am Nabel befand. K 1.3.2
Heftiger, anhaltender Schmerz unterhalb des Nabels. Er glaubte, sterben zu müssen, wollte Morphium haben, damit er nicht mit solcher Todesqual sterben müsse. K 3.6.4
(...) ein Stechen, von der Nabelgegend aus, es zieht ganz hoch, und dann ist da so eine Enge im ganzen Oberkörper. Es geht von der Nabelgegend aus und dann in der Gegend der Herzspitze ziemlich stark und dann geht es bis ins rechte Ohr, wie Ohrenweh und ich habe dann das Gefühl, keine Luft zu kriegen (...) K 117.4.1
A 792

20. Schmerzen von einem kleinen Punkt ausstrahlend
Dumpfer Schmerz in der rechten Schläfe; er scheint äusserlich auf einer grossen Fläche zu sein, ist aber innerlich auf einen kleinen Punkt konzentriert; dumpfe Schmerzen in der linken Schläfe. A 82
Drängender Stuhldrang, mit scharfen, schneidenden Schmerzen in der Nabelgegend, erstrecken sich zum Rektum, mit Schaudern während des Stuhlgangs und Frostgefühl danach (...) A 792
Von kleiner Stelle aus nach unten und nach oben, oft bis in die Extremitäten sich ausbreitend. vgl. K 132.22
Druck an kleiner Stelle. Druck wie mit einer Fingerspitze. Herausstehen. Der Schmerz strahlt von der kleinen Stelle aus. K 137.3

21. Gefühl vor beiden Ohren, als müsste ich erbrechen. K 11.7.1

22. Drückende Schmerzen von der Vorder- zur Hinterseite des Kopfs, als ob er bewusstlos werden sollte; sehr eigenartiges Gefühl; Kopf tendiert dazu, nach hinten zu fallen. A 49

23. Nach dem Zubettgehen beissen die Augen so stark, dass ich das Gefühl habe, heisse Luft käme heraus und ströme über das Gesicht. K 182.10.2

24. Ohnmachtsgefühl und Beschwerden beim oder nach Stuhlgang
Beim Stuhlgang Ohnmachtsgefühl, fast Syncope, ich fürchtete, in Ohnmacht zu fallen. K 5.3.3
Weicher Stuhl, danach starkes ohnmachtähnliches Schwächegefühl. K 10.2.2
Stinkender Stuhl, er verursachte Ohnmachtsgefühl, musste an die frische Luft gehen, wo ich mich besser fühlte. K 10.2.3
Durchfälle und Kolik. Die Durchfälle bessern die Schmerzen nicht, aber es folgt ohnmächtige Schwäche. K 10.2.10
Dumpfes, eingenommenes Gefühl im Kopf während des Stuhlganges. K 48.2.8
Stuhlverstopfung, Augen schwer, Kopf eingenommen. K 48.2.12
Nach dem Stuhlgang Appetitlosigkeit und Ekel vor dem Essen, eiskalte Füsse und eiskalte Hände, da habe ich mich richtig elend gefühlt. K 40.7.12

25. Unruhe, Bewegung bessert
Linke Schulter lahm und schmerzhaft, Gefühl, als könnte ich sie nicht bewegen, aber Besserung durch Bewegung. K 2.2.1
Schmerz auf der Höhe der linken Schulter, so heftig, dass ich nicht stillsitzen kann. K 2.2.2
Linker Knöchel sehr schmerzhaft, konnte nicht stillsitzen. K 2.2.3
Unruhegefühl, gebessert durch Gehen. K 2.2.4
Alle Symptome sind besser im Freien, noch besser, wenn man sich im Freien bewegt. K 2.2.5
Reiten oder Gehen erleichtert alle Symptome bis auf die des Bauches. K 2.2.6
Die Symptome werden durch Bewegung gebessert, das Gefühl von Überanstrengung jedoch vermehrt. K 2.2.6
Gallenkolik. Ich kann auf der Seite oder auf dem Rücken nicht liegen, ich laufe dann immer ein bisschen herum. K 2.2.8
Es drückt mich links im Bauch. Wenn ich liege, ist es noch schlimmer, als wenn ich auf bin. Wenn ich sitze, drückt es mich so. Das habe ich nur, wenn ich liege, wenn ich auf bin, merke ich nichts. Wenn ich im Haus herumschaffe, denke ich vielleicht nicht daran. Ich bin unruhig, ich kann nicht stillsitzen, muss mich immer entweder nach vorn oder nach hinten beugen. Es drückt dann im linken Oberbauch, wenn ich stillsitze. K 2.2.10
Alle Schmerzen stärker beim Stillsitzen, gebessert durch Bewegung. K 2.2.12
Bauchschmerzen. Erleichterung durch leichtes Reiben mit den Händen. Noch grössere Erleichterung durch Aufstehen aus dem Bett und Herumgehen im Zimmer. K 2.2.15
Heftiges Luftaufstossen. Ging dauernd hin und her und warf den Oberkörper vor und zurück. K 2.2.16
Kann wegen Unruhe nicht schlafen. vgl. K 2.3, 6.4
Unruhiger Schlaf. vgl. K 7.5

26. Zusammenkrümmen, Aufrechte Haltung bessert
Krampfartige Beschwerden im Magen, mindestens 10 Minuten, kein Dauerschmerz. Vornüberbeugen macht es ganz schlecht, ebenso Sitzen, beim Strecken und Liegen ist es gut. K 162.12.8
Gallenkolik. Krampfartige Schmerzen, es zieht sich so zusammen, und manchmal Stechen. Wenn ich mich nach rechts vorn herunterbeuge, drückt es, als wenn ich etwas da hindrücken würde, wenn ich mich gerade aufrichte, ist es besser (...) K 163.14.3
Die Magenkolik ist mehr oder weniger anhaltend, verstärkt sich aber in unregelmässigen Paroxysmen von grosser Heftigkeit, die zum Zusammenkrümmen zwingen und profusen Schweiss verursachen. Bei dieser Tendenz, sich zusammenzukrümmen, mit einem Gefühl, als würde Druck erleichtern, verschlimmert der Druck in Wirklichkeit, die einzige Erleichterung wird erlebt durch Ausstrecken des Körpers oder manchmal durch Umhergehen in sehr aufrechter Haltung. K 163.14.6

27. Folge von Anstrengung
(...) es sind recht ekelhafte Schmerzen. In dem Zustand kann ich mich nicht mehr anstrengen, denn das tut schrecklich weh (...) K 157.5.1
Ist durch Pflege eines kranken Kindes erschöpft (...) K 157.5.3
Geistige oder körperliche Anstrengung rief einen Anfall (Schmerz an der Crista iliaca) hervor. K 4.3.6
Vor 4 Tagen, beim Brechen eines Holzscheites über das Knie, fühlte sie einen plötzlichen Bauchschmerz, der seitdem angehalten hat (...) K 157.5.5
Durch körperliche Überanstrengung (Fahrradfahren) intensive lähmige Wundheits-schmerzen aller Muskeln, besonders in Bauch und Rücken (...) K 157.5.6

28. Reiben bessert
Bauchschmerzen. Erleichterung durch leichtes Reiben mit den Händen. Noch grössere Erleichterung durch Aufstehen aus dem Bett und Herumgehen im Zimmer. K 2.2.15
Unmittelbar nach dem Zubettgehen Bauchschmerz mit Stuhldrang, erleichtert durch Reiben des Bauches mit der Hand. K 166.18.1
Schmerzen in beiden Seiten des Bauches (...) Erleichterung durch leichtes Reiben mit den Händen und durch den Abgang geruchloser Flatus. K 166.18.2
Dumpfer drückender Schmerz von den Kniegelenken zu den Unterschenkeln, der durch Reiben verging, dann aber in den Füssen auftrat. Wenn ich mit Reiben aufhörte, erschien der Schmerz wieder in den Knien. Bewegen der Knie erleichtert den Schmerz, aber die Bewegung ist erschwert durch ein Gefühl trockenen Reibens, als wäre keine Gelenkflüssigkeit da. K 82.8.14

29. Fremdkörper in den Augen
Gefühl in beiden Augen, als wäre ein Fremdkörper darin, manchmal verstärkt, mehr rechts. K 180.1.1
Gefühl in den Augen, als wäre ein grosser, glatter Fremdkörper darin. K 180.1.2
Gefühl, als wäre ein grosser, glatter Fremdkörper unter den Oberlidern. K 180.1.3
Die Augen beissen, mit Gefühl, als wäre ein grosser, glatter Fremdkörper darin, eine Stunde lang. K 180.1.4
Beide Augen wund, als wären Splitter darin. K 181.8.1
Beide Augen beissen und sind sehr wund, links Gefühl, als wäre etwas hineingekommen. K 181.8.2
Beide Augen beissen, Gefühl, als wäre eine Wimper oder Staub darin. K 181.8.3
Die Augen beissen, mit Gefühl, als wären sie voll Splitter. K 181.8.4

30. Bitterer Mund
Zunge trocken, bitter und wund. K 191.17.1
Gefühl im Mund wie glatt und so bitter, dass man schaudert nach Einnahme der Medizin. K 191.17.2
Mund trocken und bitter, besonders nach dem Essen. K 191.17.3
usw. bis K 191.17.44

31. Frauenbeschwerden
Dysmenorrhoe; spasmodische Uteruskolik; Schmerzen fliegen plötzlich zu entfernten Stellen. Cl 16.1
Falsche Wehen während der Schwangerschaft. Cl 16.3
Erbrechen, Sodbrennen und Magenschmerzen schwangerer Frauen oder während den Menses. Cl 16.4
Heftige Schmerzen mit Krämpfen in den Beugemuskeln der Finger und Zehen, abwechselnd mit falschen Wehen; mit Uterusschmerzen. Cl 16.5

MIASMATISCHE DYNAMIK — SEKUNDÄRE PSORA


Dioscorea leidet ganz zentral unter seiner Verwirrung. Die durcheinander wirbelnden Gedanken, seine zahllosen Ideen treiben ihn weg aus dem Zentrum, weg aus der Konzentration und Fokussierung, die es braucht, um erfolgreich arbeiten zu können. Wenn er versucht, etwas zu schreiben, findet er keinen Anfang und kein Ende s. Anmerkungen.
Im Austausch mit anderen Menschen sehnt er sich nach Nähe und Kontakt, aber wenn Beziehungen zu unübersichtlich werden, zieht er sich zurück, möchte allein sein, guckt auf der Strasse zu Boden Th 2. Gleichzeitig bringt ihn dies in ein moralisches Dilemma, er fragt sich, ob er zu egoistisch, zu sehr auf sich selbst konzentriert sei.
Die sexuellen Beziehungen sind eher chaotisch Th 5 und Anmerkungen. Es besteht ein Zwiespalt zwischen starker Anziehung durch das andere Geschlecht und der Gefahr, die daraus entsteht: Wer sich in einer sexuellen Begegnung ganz hingibt, verliert sich momentweise – die Verschmelzung von Ich und Du wird zur Gefahr für die Fokussierung auf den eigenen Nabel. Dioscorea leidet unter erotischen Träumen, scheut plötzlich die Gegenwart von Frauen – ihr Lachen wird für ihn unerträglich s. Anmerkungen. Dioscorea wird durch nächtliche Samenabgänge an den Rand der geistigen und körperlichen Gesundheit getrieben Th 2, 4, 5. Er kann sich von Frauen wie verhext fühlen Th 10.
Interessanterweise sehen wir auch die Kehrseite dieser Thematik bei Dioscorea: Frauen aufs Rad zu flechten, sie mit Nadeln zu stechen oder zu brandmarken, Th 14, 16, 19 waren gängige Praktiken der Hexenverfolgung. Kein Wunder, dass die Angina pectoris der Dioscorea-Prüferin ausgerechnet in der Kirche viel schlimmer wird Th 9!

MIASMATISCHE DYNAMIK — TERTIÄRE PSORA


Egotrophie
In einer für ihn vollkommenen Welt steht Dioscorea im Zentrum. Er ist der ruhende Pol inmitten einer turbulenten, wirbelnden Gesellschaft, vermittelt zwischen allen Menschen rundum, gestaltet – und kontrolliert letztlich – deren Beziehungen aktiv. Alles muss sich um ihn drehen. Dabei kann er einen Hauch von Egozentrik ausstrahlen, etwas von der negativ besetzten "Nabelschau".
Wenn er die verschiedenen Kontrollverluste kompensiert, kann er sich ohne Rücksicht auf das eigene Befinden in ein wildes, vielfältiges Sexualleben stürzen. Die Anzahl seiner Kontakte soll die fehlende Qualität in der Beziehung zu Frauen ausgleichen. Er sucht Ruhe und Erfüllung bei den Frauen, statt in der eigenen Mitte.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich von den komplizierten, unübersichtlichen Beziehungen zurückzuziehen. Er sucht dann die Einsamkeit, blickt auf der Strasse nach unten, obwohl er äusserlich fröhlich scheint Th 2.
Das extrem schnelle Reden soll seiner gedanklichen Verwirrung entgegenwirken. Die Explosivität seiner Ausdrucksweise entspricht derjenigen der Diarrhö s. Anmerkungen.
Seine Schwierigkeiten mit der Arbeit kompensiert Dioscorea über Ausreden: Er behauptet, handwerklich ungeschickt zu sein, durch geistige Anstrengung Kopf- oder andere Schmerzen zu bekommen oder extrem geschwächt zu werden Th 7, 8, 27.

Egolyse
Wenn Dioscorea sich als Gescheiterter erlebt, zieht er sich in sich selbst zurück, er implodiert quasi. Er wird ohnmächtig nach dem Stuhlgang – dann, wenn er etwas "ausgedrückt" hat Th 24 –, der Kopf tendiert dazu nach hinten zu fallen Th 22. Seine Stimmung wird stumpf, dumm, übel gelaunt, das Gedächtnis lässt ihn im Stich Th 6.

Alterolyse
Eine alterolytische Haltung ist bei Dioscorea nicht durch Prüfungssymptome belegbar. Die Kasuistik s. Anmerkungen zeigt aber, dass er dort konsequent reagiert, wo seine Kontrollansprüche über das Beziehungsnetz verletzt werden: Der Patient verlässt seine Ehefrau, als diese unangemessen mit seiner Mutter umgeht.
Ebenso ist denkbar, dass er gereizt reagiert, wenn etwas ihn aus seiner Mitte zwingt und er dadurch in die Schwäche kommt: Reizbarkeit nach Samenergüssen Th 5, Erschöpfung (und möglicherweise Gereiztheit) durch die Pflege eines kranken Kindes Th 27.

LEITMOTIV — PRIMÄRE PSORA


Welche "Conditio humana" lehnt er ab? Wo wünscht er sich Vollkommenheit?
Dank der dramatischen und sehr bildhaften Symptome, welche Dioscorea im Nabelbereich aufweist Th 19, lässt sich die Grund-thematik des Mittels folgendermassen aufschlüsseln: Der Nabel ist ein universales Symbol für das Zentrum der Welt. Für jeden Menschen ist der eigene Nabel das Zentrum seiner Welt. In der Meditation richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Nabel, als Bild für die Rückkehr ins Zentrum. Dies ist der Sinn der Omphaloskopie – der Betrachtung des eigenen Nabels, die oft falsch verstanden wird als egoistische "Nabelschau". DDS Diese wird lächerlich, wenn sie eitel und selbstgefällig versucht, die eigene Bedeutsamkeit hochzuhalten. "Du hältst dich wohl für den Nabel der Welt" fragt man, wenn jemand meint, die Welt drehe sich ausschliesslich um ihn, und er habe einen grossen, bedeutenden Einfluss.
Die Nabelschau sollte also im umgekehrten Sinne eine nach innen gerichtete, zentrierende, meditative Bewegung sein.
Der Nabel ist (…) auch ein Punkt, von dem aus sich alles ausbreitet LdtS. "Sie hatte das Gefühl, durch die Speichen eines Rades zu sehen und sich mit den Händen an anderen Speichen festzuhalten, während die Nabe des Rades sich am Nabel befand" Th 19. Die Verbindung zwischen der geistigen und der materiellen Welt, zwischen sich selbst und den anderen Menschen zentriert sich am Nabel seiner Welt. Darum herum dreht und windet, verknotet und krampft sich die ganze Lebensthematik von Dioscorea, was sich in seinen typischen Schmerzqualitäten spiegelt. Th 16.

Wo erlebt er deshalb ein Nichtgenügen, einen Verlust?
Wer sich zu sehr mit seiner Ausstrahlung und Einwirkung auf die Aussenwelt beschäftigt, verliert den Bezug zur eigenen Mitte. Ein Rad ohne Nabe fällt auseinander. Dioscorea erlebt mehrere Kontrollverluste durch die fehlende Zentrierung:
Er kann seine Gedanken nicht steuern. Sie bedrängen ihn in einer Geschwindigkeit, die er durch schnelles Reden einzuholen versucht, dabei verheddert er sich aber ohne Ende Th 1. Ebenso unkontrollierbar ist sein sexuelles Erleben: Laszive Träume und häufige nächtliche Samenabgänge schwächen ihn und beeinträchtigen sein ganzes Befinden Th 5.
Er empfindet seine konkrete Einwirkung auf die Umwelt als zu gering, daher plagt er sich mit dem Thema Arbeit: Er wird handwerklich ungeschickt, kann sich geistig nicht mehr anstrengen oder seine Schulter nicht mehr bewegen Th 7, 8, 25.
Dioscorea ist sehr bemüht, mit seinen Mitmenschen in einer guten Kommunikation zu stehen. Th 3.
Auch in diesem Punkt erlebt er sich oft als unzulänglich: Insbesondere weibliche Gesellschaft verträgt er nicht mehr gut Th 2.

Was empfindet er infolge der Ablehnung als Bedrohung oder als Strafe?
Die Angst in Menschenmengen Th 2 lässt sich als Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit interpretieren. Disocorea erlebt sich in der Masse als unwichtiges Rädchen – statt als Nabel der Welt.
Die Prüfungsangst Th 7 und die Angst vor öffentliche Vorträgen s. Anmerkungen erklärt sich aus der fehlenden Kontrolle über den eigenen Geist. Dioscorea kann sich nicht korrekt ausdrücken, seine Gedanken sind sprunghaft Th 1, er fürchtet deshalb, nichts auf die Reihe zu kriegen.

Wie könnte sich ein bewusster Umgang mit der Grundproblematik darstellen?
Dank seines innersten Anliegens, quasi die Nabe im Rad seiner Welt zu sein, kann Dioscorea zu einem wertvollen Vermittler, zum ruhenden Zentrum einer lebhaften familiären oder sonstigen Gemeinschaft werden.

INTERPRETATION einzelner Themen oder Symptome


Eine auffallende Empfindung bei Dioscorea sind die drehenden und windenden Schmerzen Th 16. Einerseits lässt sich darin etwas von der Signatur der Kletterpflanze, andererseits die Dynamik um einen Mittelpunkt bzw. um eine Nabe oder einen Nabel ablesen.
Sie hatte das Gefühl, durch die Speichen eines Rades zu sehen und sich mit den Händen an anderen Speichen festzuhalten, während die Nabe des Rades sich am Nabel befand Th 19. Der überhöhte Anspruch, als Nabel seiner Welt zu funktionieren, erfasst Dioscorea hier körperlich. Er wird in seiner Mitte zusammengezogen und gepresst. Die Beschwerden scheinen ihn zu zwingen, sich auf die eigene Mitte zu konzentrieren.

Die Schmerzen werden mitunter so heftig empfunden, dass der Patient am liebsten den Magen aufreissen möchte Th 15. Es entsteht die Assoziation von starker Einengung durch etwas Umwindendes (die Kletterpflanze!), das zerrissen werden muss.
Dieses Bild wird noch verstärkt beim folgenden Symptom: Die Magenkoliken sind (...) von grosser Heftigkeit, die zum Zusammenkrümmen zwingen (...). Bei dieser Tendenz, sich zusammenzukrümmen, mit einem Gefühl, als würde Druck erleichtern, verschlimmert der Druck in Wirklichkeit, die einzige Erleichterung wird erlebt durch Ausstrecken des Körpers oder manchmal durch Umhergehen in sehr aufrechter Haltung Th 26.

Dioscorea erlebt die krampfartigen Beschwerden im Magen wie ein Schicksal Th 12. Das heisst, er ist ihnen ohnmächtig ausgeliefert. Ein Vergleich dazu bietet das Rad des Schicksals, das sich unbarmherzig und unaufhörlich dreht LdtS. Will der Mensch hier Einfluss nehmen, verflechten, verknoten, winden und verdrehen sich "die Fäden".

Dieses Drehen und Winden findet sich aber nicht nur im Nabelbereich, sondern ist ein vordringlicher Schmerzcharakter bei Dioscorea Th 16:
Wenn ich im Geschäft von oben etwas herunternehmen muss, dann ist es mir, als ob der Gallenstein sich herumdrehen würde. – Oder: Dann spüre ich es, als ob es irgendwie im Magen sich drehen würde, aber nicht so, dass Übelkeit nach oben vorhanden wäre Th 16.

Eine Erweiterung dieser Schmerzqualität sehen wir bei den Synonymen von drehen und winden: Wirbeln, wenden, spulen, verflechten, verknoten, wickeln u.a. DtW. Dazu passend empfindet Dioscorea die Sehnen wie verknotet beim Treppenheruntergehen Th 17.

Nach dem Zubettgehen beissen die Augen so stark, dass ich das Gefühl habe, heisse Luft käme heraus und ströme über das Gesicht Th 23. Angelehnt an das Sprichwort "alles nur heisse Luft" könnte man hier denken, dass nicht das göttliche Feuer, welches das Schicksal beherrscht, aus seinen Augen strömt LdtS, sondern nur heisse Luft.

Zudem ist Dioscorea beeinträchtigt in seiner Sicht. Er hat das Gefühl, als wäre ein grosser, glatter Fremdkörper in den Augen oder als wären sie voller Splitter. Sein Blick ins Umfeld wird gestört, auch hier scheint er gezwungen zu sein, die Aufmerksamkeit zur eigenen Mitte hin zu lenken.

Dass Dioscorea durch nächtliche Samenabgänge Th 5 oder durch Durchfall Th 24 so geschwächt oder gar ohnmächtig wird, ist gut nachvollziehbar, weil er einen hohen Kontrollanspruch hat in Bezug auf das, "was er von sich gibt". Auf geistiger Ebene wiederfährt ihm ein vergleichbarer Kontrollverlust, wenn er Fehler macht beim Sprechen und seine Sätze nicht ganz zu Ende spricht, weil der neue Gedanke schon wieder ausgesprochen wird Th 1.

DIFFERENTIALDIAGNOSE


Obwohl Dioscorea villosa und Tamus communis s. S. ....zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, zeigen sich bis jetzt erstaunlich wenige Gemeinsamkeiten in den Hypothesen. Eine nähere Differenzierung ergibt sich wahrscheinlich erst, wenn Tamus sich in der homöopathischen Praxis hinreichend bewährt hat.
Auf Ebene der Symptomatik sind uns folgende Themen aufgefallen:
Wo Dioscorea sich als Nabel der Welt empfindet, fühlt Tamus sich eher als Aussenseiter.
Klinisch sehen wir Gemeinsamkeiten im rheumatischen Formenkreis und im Bereich der Sexualorgane.
Das Thema Meditation bei Tamus entspricht der geforderten Hinwendung zum eigenen Zentrum bei Dioscorea.
Beide Mittel haben einen Hang zum Alleinsein.
Grundsätzlich ist Dioscorea eher auf der aktiven, managenden, handelnden Seite zu finden. Er will die Fäden zusammenhalten, die Nabe im Rad sein. Tamus hingegen fühlt sich eher als Opfer, meint beobachtet, beurteilt, benachteiligt zu werden.

Phosphorus kann durch seinen Anspruch, Wirkung zu erzielen und begeistern zu wollen, sicher ein Stück weit mit Dioscorea verglichen werden. Auch der Überfluss an Ideen und der unkontrollierte Zustrom von Gedanken, Phantasien, Vorstellungen kommen bei beiden Mitteln vor. Phosphorus weist dabei aber eine grosse Empfindlichkeit, sehr feine Antennen auf, die wir bei Dioscorea nicht so sehen. Auch die zahlreichen Ängste von Phosphorus sind bei Dioscorea nicht im gleichen Mass zu finden.

ZUR SUBSTANZ


Dioscorea villosa, Wilder Yams (Familie: Dioscoreaceae) ist eine in Nordamerika beheimatete, sehr variable Kletterpflanze. Die Bezeichnung villosa stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „zottig, rau“.

ANMERKUNGEN


KASUISTIK (gekürzt)
Patient von Susanne Studer, NN, männlich, Alter bei EA (Februar 1999) 72, Psychologe. Einige Symptome, Rubriken und Themen, die Dioscorea bestätigen, wurden in Fettschrift gesetzt, um die Mittelwahl zu illustrieren.

Behandlungsgrund: Knieschmerzen:
vor 2 Jahren: links, stechend
agg. beim Abwärtsgehen: An einem bestimmten Punkt beim Beugen gab das Knie nach.
agg. beim Skifahren
Ging wieder vorbei, aktuell im rechten Knie
Vor 4 Monaten Cortison-Spritze ins Gelenk, darauf völlig beschwerdefrei.
Röntgenbild zeigt zwei kleine Arthrose-Stellen.

Bis vor 8 Jahren regelmässig gejoggt. Diagnose Hüftarthrose, sollte deshalb nicht mehr so stark belasten. Macht jetzt Qi Gong: Enorme Besserung des Rückens und des ganzen Energiehaushalts.

Vor 3 Jahren extremer Ischias rechts, nur im Sitzen. Laufen und Liegen ging. Hab angefangen stehend zu essen, liegend Seminare zu geben. Von einem Homöopathen Rhus-t. bekommen, konnte nach 3 Tagen wieder sitzen. War wie ein Wunder! Vor einem halben Jahr wieder Ischias rechts, Rhus-t. besserte. (Nimmt ab und zu Rhus-t. C 12)

Lebe getrennt von meiner Frau, besuche sie aber oft. Vor 4 Wochen bei ihr erwacht, hatte Schmerzen und Schwellung in der rechten Kniekehle. Seither ist das Gelenk besser, kann wieder biegen, Schwellung ist noch da.

Ich habe viel zu wenig Zeit für alles, was ich mir vorgenommen habe!
Habe z.B. eine Artikelserie versprochen, an sich eine kleine Sache. Aber habe enorme Mühe, das Geschriebene wegzugeben. Kann es nicht stehenlassen, fange wieder von vorne an, ein anderes Thema kommt hinzu, ich finde es ebenso wichtig, nehme es auch noch auf. Am andern Tag wieder dasselbe, es wird immer wieder ein neuer Artikel. Eine Überfülle an Gedanken.
Auch in der Meditation ist es sehr schwer, den Ansturm an Gedanken zu beherrschen. Wenn ich die Schleusen aufmache, kommen sehr überraschende Einfälle. Ich kann 4-6 Bücher parallel lesen. Lese thematisch, durch Fachzeitschriften komme ich immer wieder auf neue Ideen. Alles packt mich!. (Th 1)

Das linke Auge tränt ständig. (Augen; Tränenfluss; links)
Steht wohl im Zusammenhang mit der Trauer wegen der Trennung vor 7 Jahren. Vorher 40 Jahre zusammen. Die ersten 20 Jahre waren nach meiner Interpretation in Ordnung. Ich war dazu erzogen, andere glücklich zu machen. Das Ziel war, in den Himmel zu kommen, Gott zu dienen, die Eltern zu ehren. Zwischendurch hatte ich immer Anfälle von Jähzorn, immer, wenn ich mich übernommen hatte. Mit der Zeit habe ich Autonomie gelernt, meine Gefühle und Anliegen ernster genommen.

Meine Frau war sehr kalt. Sie war auch eifersüchtig auf meine Arbeit. Hat die Leute abgewimmelt am Telefon. Sie behandelte auch meine Mutter schlecht. Eines Tages war Mutter bei uns in den Ferien, sass in ihrem Zimmer und weinte, weil meine Frau sie barsch behandelt hatte. Ich sagte, Mutter solle ihr Zeug zusammenpacken, ich würde sie heimfahren. Mit der Frau hatte ich dann so einen schlimmen Streit, dass ich meinen Koffer auch grad packte und sagte, ich käme nie mehr heim.

Drei Monate vorher hatte ich mich eben verliebt. Meine Freundin und ich sind uns körperlich sehr nahe. Ihr Mann ist auch froh, dass sie mich hat, weil es erotisch in ihrer Beziehung nie geklappt hat. Die Freundin will sich auch nicht trennen. Meine Frau und ich kommen nicht auseinander.

Alleinleben war für mich ganz lange schwierig. Unser Familienleben war so intensiv, Mutter und Vater waren immer da! Im Internat war ich immer unter Kameraden, deshalb war ich gerne dort. Als ich in Paris studiert habe, wurde ich fast verrückt vor Einsamkeit, vor Sehnsucht nach einem Menschen. Mit 25 dann meine Frau kennen gelernt, wir haben mit dem ersten Gehalt geheiratet und waren seither immer zusammen. Eine symbiotische Beziehung. Drei Kinder. Nach ihrer Pensionierung hat sie mich erstickt mit ihrer Bevormundung und Kritik. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich gar nicht liebt. Ich wollte viel mehr Sex und Zärtlichkeit, sie fand das enervierend. Es hat nie richtig geklappt zwischen uns. Ich hatte immer eine Ejaculatio präcox (Th 5). Mit der Freundin habe ich jetzt so viel Freude an Zärtlichkeiten, da gibt es keine Probleme.

Momentan habe ich Schmerzen in den Schultern, v.a. rechts. Schlimmer durch abrupte Bewegung, schlimmer nachts beim Draufliegen. Erwache von den Schmerzen. (Th 25)

Vor 20 Jahren Prolapsbeschwerden im unteren Rücken. Das war damals, als ich mit Qi Gong angefangen habe. Das tat mir gut. Die Rückenschmerzen hatten zu tun mit Stress im Beruf. War Leiter einer öffentlichen Stelle. Alle waren gegen mich und gegen alles. Habe mich dann selbständig gemacht.

Wiederholte Fieberträume als Kind: Ich bin in einem Trichter, es geht nach unten, wie in einer Spirale, ich werde zermahlen.

Der Vater gab mich in eine Klosterschule, weil er sagte, einen so leichtsinnigen Tropf könne er nicht ins Gymnasium schicken. Ich fühlte mich dort wohl. Es wurde nicht an einem rumgenörgelt. Zu Hause wurde man immer erzogen, im Kloster gab es klare Regeln. Die hat man natürlich ab und zu übertreten, aber andere machten das auch, dann wurde man bestraft und Schluss.

Weitere Beschwerden? Am rechten Bein Varizen operiert. Ständige Heiserkeit, Polyp auf dem Stimmband. Heiserkeit kommt immer wieder. Habe das Gefühl, ich müsse Schleim in den Bronchien abräuspern. Es ist aber im Hals. Gehör seit etwa 10 Jahren schlechter. Familiär bedingte altersgerechte Schwerhörigkeit. Empfindlich für hohe Töne, diese sind z.T. schmerzhaft. Lachen von Frauen, Geschirrklappern in einer Kneipe. Dann verstehe ich einfach nichts mehr. Zu schnelles Reden verstehe ich nicht.

Vom Singen war ich immer dispensiert. Sang immer falsch. Habe aber ein sicheres Rhythmusgefühl, brauche aber die Verbindung. Die Tänze, wo jeder allein tanzt, sind nichts für mich. Im Grunde sehne ich mich nach einer Lebenspartnerin, nicht nach einer Geliebten. Die Leute werfen mir vor, ich wolle den Fünfer und das Weggli mit meinen beiden Frauen. So ist es eigentlich schon. Ich will beide.

Als ich wegging von meiner Frau, habe ich viele Bekannte verloren. Jetzt habe ich viele neue Leute. Bei Frauen komme ich gut an. Mit der einen gehe ich joggen, mit einer anderen klettern, eine dritte ist für den Seelenschmerz. Habe auch einen Freund, mit dem ich abgemacht habe, dass wir uns gegenseitig anrufen, wenn wir traurig sind.
Beruflich war mir immer ein Anliegen, gute Beziehungen zu fördern, damit die Leute leichter zusammen arbeiten und leben können. Eine Zeitlang dachte ich wirklich, das sei für alle Leute wichtig. Ich musste lernen, dass es auch Einzelkämpfer gibt.

Ängste heute? Ich könne etwas nicht. Ich mache etwas nicht gut genug, die Leute seien nicht zufrieden. Oder ich würde andere verletzen.

In Guatemala bin ich letztes Jahr unter die Räuber gefallen. Sie waren mit MP's da, haben Autos angehalten, uns alles genommen. Ich stand mit erhobenen Händen da und überlegte, wie sie das strategisch geschickter hätten machen können. Ich war nämlich Offizier in der Armee und sah, dass sie die Zugangswege hätten mit der MP sichern sollen. Man braucht doch nicht eine MP, um einen einzelnen Menschen in Schach zu halten, da genügt eine einfache Pistole. Als sie nichts mehr tragen konnten, sind sie wieder gegangen.

Als Student hatte ich Autoritätsangst. Als der Krieg vorbei war und man merkte, dass die Nazis diese ganzen Gräuel immer damit rechtfertigten, es habe ihnen jemand so und so befohlen, merkte ich, dass ich dasselbe gemacht hätte! Was, wenn ich nur ein paar hundert Kilometer nördlich geboren worden wäre!
Einmal ging ich z.B. zum Dekan der Uni, um etwas zu fragen. Ich zitterte aber am ganzen Körper so sehr, dass ich mein Anliegen nicht vorbringen konnte. Ich traute während des ganzen Studiums in den Seminaren nie, meine Meinung zu sagen. Ich war aber ein Friedensstifter. Setzte mich für einen Kameraden ein, den sie rausschmeissen wollten. Das traute ich ohne weiteres. Auch heute würde ich mich in einem öffentlichen Forum nicht zu Wort melden (Th 2). Anders bei einem Vortrag, das macht mir überhaupt nichts aus.

Vor heiklen Seminaren hatte ich vier Tage vorher Angst. Unruhe, Reizbarkeit, konnte nicht mehr zuhören in der Familie. In der Situation selber ging es dann problemlos. Bei Angst vor den Seminaren habe ich immer mit Durchfall reagiert. Von Juli bis Oktober hatte ich auch Durchfall. Jeden Morgen war eine grosse Explosion, es rann alles raus. Manchmal dreimal täglich. Es ging mir aber nicht schlecht dabei.

FALLANALYSE
Eine klassische Repertorisation (Mac Repertory) der klinischen Symptome brachte überraschend Dioscorea als erstes Mittel nach vorne. Bestätigt wurde die Mittelwahl durch die Schwierigkeiten, die der Patient im Umgang mit schriftlichen Texten schilderte. (vgl. Gedankenzudrang Th 1) Ausserdem gilt Dioscorea als eines der klassischen Mittel bei Kniebeschwerden und weist entsprechende Diarrhö-Rubriken auf.

 Dios. LM 18, einmal täglich ein Tropfen ab März 1999

Verlauf:
Die Schmerzen im Kniegelenk waren innert zwei Monaten so viel besser, dass der Patient wieder bergsteigen und joggen konnte.
Nach 14 Monaten tauchten heftige Hüftschmerzen nach einer Meditationswoche auf: Schmerz im Hüftgelenk erstreckt sich ins Sitzbein, in die Leiste und vorne hinab bis kurz über das Knie. (Dumpfer, ziehender Schmerz von der Hüfte zum Knie rechts. Schmerz vorn von der rechten Hüfte bis zum Knie. RW)
Der Patient berichtete ausserdem über die anstehende Scheidung von seiner Frau und von der gemeinsamen Wohnungssuche mit der Freundin. Etwas selbstironisch meinte er, dass er immer wieder überlege, ob sie nicht alle zusammen wohnen könnten.
Dass er sich entscheiden konnte, seine Beziehungssituation zu klären und einen Schritt von der Ehefrau weg zu machen, sah er als positive Entwicklung im Zusammenhang mit der Mittelgabe. Beim Schreiben hätte ihm das Mittel allerdings noch nicht geholfen.
Im vergangenen Jahr traten immer wieder rezidivierende Durchfälle auf (altes Symptom). Meist im Zusammenhang mit psychischen Spannungen. Nicht schwächend. Agg. durch Speiseeis und heissen Kaffee. Er habe schon zeitlebens auf Spannungen, Konflikte, freudige Nachrichten mit Durchfall reagiert.
An der li Wange und in der li Handfläche zwei trockene Flechten, jucken ab und zu, Dermatologe sagt, es seien altersgerechte oberflächliche Hautaffektionen.
Schultern sind völlig gesund, macht Krafttraining, keine Beschwerden mehr.
Einmaldosis C 200 besserte die Hüftschmerzen rasch.

QUELLEN


Überarbeitung unter Einbezug einer Kasuistik, Mai 2017

A: Allen T.F., The Encyclopedia of pure Materia Medica, New Delhi 1988, Band 4
K: von Keller Georg, Symptomensammlungen homöopathischer Arzneimittel, Heft Dioscorea, Tübingen 1981
Cl: Der Neue Clarke, Bielefeld 1990, Band 3
RW: Reference Works DE, Version 2009 (Hale, Amerikanische Heilmittel)
Rep: Boe O. – Boericke O., Kt – Kent J.T, JCh – Johnson Charles E.
LdtS: Cooper, J.C., Illustriertes Lexikon der traditionellen Symbole, Wiesbaden 1986
Bild: Peter Dziuk, Minnesota Wildflowers, New Brighton, US