Mephitis putorius

Aus MasiWiki
Version vom 19. Januar 2018, 12:46 Uhr von 2 (Diskussion | Beiträge) (MIASMATISCHE DYNAMIK — TERTIÄRE PSORA)
Zur Navigation springen Zur Suche springen


ZENTRALE BEGRIFFE


Mephitis putorius, (bei Noack/Trinks: Viverra putorius, Nordamerikanisches Stinktier, entspricht Spilogale putorius, Fleckenskunk)
Ob mit der alten Bezeichnung "putorius" der Fleckenskunk oder der Streifenskunk gemeint ist, konnte nicht genau geklärt werden.
Die Deutsche Homöopathie-Union gibt folgende Auskunft: "Wir verwenden das flüssige Sekret der Analdrüsen von Mephitis mephitis L. (Streifen- oder Kanada-Skunk). Sämtliche Unterarten sind dabei zulässig."

Möchte wunsch- und zeitloses Einssein, Angekommensein. Versucht dies durch eifrige, schnelle, leicht empfundene Bewegung zu erreichen. Reisen in einem weiten Land, Gefühl wie auf einem fliegenden Teppich. Suche nach spiritueller Erfahrung.
Verliert das Zugehörigkeitsgefühl, fühlt sich ausgeschlossen.
Verliert sein Ziel aus den Augen. Fürchtet, in den Weltraum abzudriften.
Fühlt sich sehr leicht eingeschränkt, eingesperrt, festgebunden.
Leicht erregbare, feinnervige Patienten. Probleme mit der Konzentration. Kinder wuseln herum, können nicht still sitzen. Reagieren schnell gereizt und streitsüchtig. Leisten Widerstand gegen Regeln.
Versucht sich kompensatorisch an die anderen Menschen anzupassen, Harmonie herzustellen. Ist sehr gesprächig. Oder ist in freundlicher Distanz, ein Einsiedler.

Worauf richtet sich der Fokus der inneren Aufmerksamkeit?
Mephitis kann bewegt sein durch religiöse Fragen Th 26. Er will aber keinen gesellschaftlichen oder kirchlichen Rahmen gesteckt bekommen, sondern seine eigene spirituelle Suche betreiben.
Wenn ihm Spiritualität fremd ist, kann sich eine suchende Haltung in der Reiselust zeigen, in der Sehnsucht ständig unterwegs zu sein, sich nirgends binden zu müssen Th 5, 9. Krank wird er auf jeden Fall, wenn er eingesperrt, begrenzt, beschnitten wird Th 11.



Lesen Sie weiter...

Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen

Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)

Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)

Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)

Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen



THEMENLISTE


1. Leicht, einfach, schweben
Es fühlt sich an, wie auf einem kleinen Teppich zu fliegen. Oberschenkel sind ganz leicht, dann auch die Arme. Ich könnte aufhören zu reiben, der Teppich fliegt ganz von selbst, in einer leichten Wellenbewegung, er steigt höher, sinkt wieder ab. Auffällig dabei: ganz ohne Ziel! VP 1
Der Teppich fragt mich mit freundlicher Stimme, ob ich mutig bin und scharfe Kurven und Loopings fliegen will. Ich fühle mich erstaunlich sicher, brauche mich nicht festzuhalten, es macht Spass! VP 1
"Notenblatt für Elise" klingt in mir, dazu eine Sommerwiese, eine junge Frau im weissen Kleid, die dahinzuschweben oder in Zeitlupe über die Wiese zu springen scheint. VP 3
Das Verreiben geschieht von selbst, ich brauche keine Anstrengung oder Konzentration VP 6
Es geht mir leicht von der Hand – aber ich weiss nicht was? VP 7
Ich bin sehr klein. Die Wege sind weit, aber alles ist leicht und frei. (…) VP 8, s. Anmerkungen
Kopf vorübergehend kühl, als wenn der Kopf leicht wäre. Schin

2. Schwere
Der Rücken fühlt sich schwer an, als würde ich einsinken VP 7
Schwere, die Kirche, das Gefühl beladen, belastet zu sein, bleierne Schuld. VP 4
Schweregefühl im Kopf, ziehender Schmerz im Hals. Angst vor stärkeren Symptomen, sehne mich nach dem Ende der Prüfung. Zucken der rechten Oberlippe. Steifigkeit in der Brust mit Zappeln der Oberschenkel. VP 1
(…) Die Zeit läuft so schnell und locker wie ein Rennrad, nie wieder das alte, schwer gängige Rad benutzen! VP 6

3. Weichheit
Die Hände fühlen sich samtig weich an. VP 1
Die Anwesenheit der anderen bewirkt ein Gefühl wie Kuscheln mit Plüschtieren, wie samtig, das Samtige ist ähnlich wie das Gefühl vorher auf dem Teppich. (…) Angst, als ob ich selbst zur Plüschpuppe werde, fast schon abgestorben, nur der Kopf bleibt frei. VP 1
Wie leicht, weich und einfach das Leben in diesem Zustand ist! VP 8
Der Milchzucker fühlt sich weich an, das ist ein schönes Gefühl. Gefühl, ich mache was ganz Besonderes, es hat etwas mit Zartheit zu tun und ich muss aufpassen, dass ich nichts kaputt mache. VP 7
Bei Tag war ich leicht schwindelig und manchmal unsicher beim Gehen, mit dem Gefühl, als hätte ich keinen festen Boden unter den Füssen, wie auf Wolken oder wie auf dickem Wattepolster. Schin

4. Einsinken
Der Rücken fühlt sich schwer an, als würde ich einsinken VP 7
Es gibt keine Angst, keine Gefahr. Der Tod wäre nur eine kurze Heftigkeit, dann das Eingehen, das Versinken, sich Vereinigen, Versickern im Erdreich. VP 8
Es macht keinen Unterschied, ob man schläft oder wach ist. Das Leben ist immer da, immer in Bewegung. Von daher völlig entspanntes Versinken im Schlaf. VP 8

5. Unterwegs sein
Es fühlt sich an, wie auf einem kleinen Teppich zu fliegen. (…) VP 1
Gefühl, tagelang geflogen zu sein, weiss gar nicht wo ich bin, kann die Landschaft unter mir nicht erkennen. Das Fliegen wird langweilig. (…) Angst, der Teppich könnte mich ins Weltall wegtragen. Beklommenes Gefühl, der Teppich habe mich überlistet und ich sei drauf reingefallen (…) VP 1
Der Teppich fragt mich mit freundlicher Stimme, ob ich mutig bin und scharfe Kurven und Loopings fliegen will. Ich fühle mich erstaunlich sicher, brauche mich nicht festzuhalten, es macht Spass! VP 1
(…) Der Teppich wackelt. Angst vor drohendem Absturz. Der Gedanke tut gut, dass ich nicht wirklich fliege. Der Teppich stürzt ab. (…) VP 1
Fahre mit dem Rad eine steile Strasse runter, merke, dass die Bremse abgebrochen ist, ich weiss, dass es noch ziemlich weit geht, habe aber irgendwie das Gefühl, dass es gut kommt. Muss nur warten, bis ein passender Seitenweg kommt, wo ich abbiegen und das Rad auslaufen lassen kann. Gedanke: wie wäre es, wenn das mitten im Verkehr an einer anderen Stelle passiert wäre! VP 4
Tagträume von schönen Dingen: Radfahren mit Freunden in idealer Umgebung. (…) VP 2
(…) Zusammen fahren wir auf einer weiten Eisenbahnlinie, über Schwellen und Schwellen hinweg, eine endlose Fahrt, eintönig und unausweichlich. Es geht darum, sich dem zu ergeben, es hat alles einen Sinn. Es gibt verschiedene Tempi und Töne, wir sind gefangen in einem, keiner kann entkommen, es ist sinnlos, sich davon machen zu wollen, in einer eigenen Geschwindigkeit. Der Zug hat ein Gesamttempo, aber wir sitzen alle in einem Abteil und nur darin haben wir unser eigenes Tempo und unseren eigenen Ton. (…) VP 4
(…) wie mache ich den Bericht über unsere Reise nach Nepal? VP 6
Bild: Kinder gehen über die Strasse. VP 7
Ich war lange in der Hochebene unterwegs, ganz allein, jetzt ist Nacht, ich liege am Ufer eines flachen Flusses und lausche all dem geschäftigen Leben rundum. VP 8
Traumfragment am Morgen: Ich helfe meiner alten Mutter (die in Wirklichkeit verstorben ist) beim Einsteigen in ein kleines rotes Auto irgendwo auf einem altertümlichen Dorfplatz. Die Mutter einer Freundin ist verstorben (sie lebt in Wirklichkeit noch) und wir wollen zur Beerdigung. VP 8
Kopfweh beim Fahren. St 9

6. Ziel, Eifer, Streben
(…) der Teppich fliegt ganz von selbst, in einer leichten Wellenbewegung, er steigt höher, sinkt wieder ab. Auffällig dabei: ganz ohne Ziel! VP 1
Gefühl, ich strebe mit viel Elan ein Ziel an – weiss aber nicht wohin es geht. VP 7
Langes Nachdenken darüber, wer dieses Mittel brauchen könnte. "Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid" – also eigentlich alle? Sicher alle, die so in "Zustände" geraten, sich in Hast, Sinnlosigkeit, in Konzepten und Zielen verloren haben? VP 8
Denke viel über meine persönliche Zukunft nach. Was will ich noch erreichen? VP 5
Wer braucht dieses Mittel? (…) Wer einem Wahn verfallen ist, nach etwas streben zu müssen und vergessen hat, dass es dieses grosse Ganze gibt? VP 8
Ich meine plötzlich, der Stössel sei flach gedrückt oder krummer als zuvor. Hab ich ihn durch das Reiben krumm gekriegt? Geht es um die Illusion, durch unser Tun Grosses bewirken zu können? VP 8
Einfach "sein". Liebe? Am ehesten ist es damit zu vergleichen. Aber ohne Ziel und Ausrichtung, kein Wollen, keine Bindung, keine Freiheit. VP 8

7. Müdigkeit
Müdigkeit im Kreuze, Morgens. St 54
Grösste Mattigkeit und Müdigkeit, wobei die Muskeln schmerzen, bei Berührung und Bewegung. St 72
Schläfrigkeit, schläft mitten in der Gesellschaft; schläft den grössten Theil des Tages, nach gutem Nachtschlaf. St 76
Von Tag zu Tag trat mehr in Erscheinung, dass ich, obwohl ich normal nur 5-6 Stunden Schlaf nötig habe – oft sogar mit nur 3 Stunden auskomme – am frühen Abend schon müde wurde, so dass ich mir abends bei Dunkelheit nicht mehr zumuten konnte, mit dem Auto zu fahren. Schin
Müdigkeit morgens trotz 8-9 Stunden Schlaf. Schin

8. Gesteigerter Antrieb
Weniger müde als sonst, gesteigerter Antrieb. Schin
Kann lange nicht einschlafen, am frühen Morgen munter. Schin

9. Streitsüchtig, möchte alleine sein
Ein Prüfling, sonst sehr genau und sorgfältig in der Arbeit, wurde ungeschickt und gleichgültig, im Umgang mit den anderen launisch und streitsüchtig, um sich schliesslich wie ein Einsiedler störrisch zu verschliessen. Schin
Gereizt, erzürnt, streitsüchtig – am nächsten Tag böse auf die ganze Welt, möchte dann alleingelassen werden – wieder am nächsten Tag wie unter innerem Druck stehend. Schin
Die 70jährige Patientin mit Hypertonie ist ein ständig unruhiger Geist mit Schwindel und dauernder Geschwätzigkeit, die sich streitsüchtig und rechthaberisch in die Belange der anderen Heimbewohner einmischt. Mit Mephitis putorium C 30, täglich 5 Globuli, sank der Blutdruck auf RR 180/90; dabei ist sie ein freundlicher, friedlicher Mensch geworden) Schin*

10. Die anderen Menschen
Eine Menge Leute guckt zu einem Haus hoch, das gebrannt hat und leer ist. Ich gucke zu, wie die Leute zugucken. Die Stimmung beim Aufwachen war stark geprägt von Dazugehören und nicht Dazugehören. Erinnerte mich an die Prüfung, wo diese Spannung zwischen dem Individuellen und dem Ganzen auch herrschte. VP 4
Die anderen (Menschen) sehe ich mit einem freundlichen, warmen Desinteresse. Wer (oder was?) bin ich? VP 8
Ein Gespräch von heute kommt mir in den Sinn, wo wir geteilter Meinung waren. VP 3
Jeder erzählt einen ganz eigenen Ton, aber zusammen ergibt das ein Ganzes aus Verschiedenem. Das ist nicht mehr störend, sondern das Individuelle im Ganzen (…) Der Zug hat ein Gesamttempo, aber wir sitzen alle in einem Abteil und nur darin haben wir unser eigenes Tempo und unseren eigenen Ton. Das ist lustvoll, es ist eine grosse Lust, sich dem einfach auszuliefern und hinzugeben. VP 4
Widerstand gegen die Regeln, viele Gedanken um Beziehungen. Was wäre, wenn ich damals diesen Entschluss gefasst hätte. VP 5
Der Wettstreit ist vorbei, kein Sieger in Sicht, eine gewisse Versöhnung. VP 5
Traum: Ein Gewusel, viele Leute, Zirkus oder Jahrmarkt, viele tragen blauweiss geringelte Klamotten. Zum Spass ringe ich immer wieder mit einem Kerl, riesig wie ein Kleiderschrank. VP 6
Traum: Ein Auto hatte einen Unfall, wird auseinander gebaut, damit man die Karosserie wieder schön lackieren kann. Auch da wuseln viele Leute rum, um diese Oberfläche wieder glatt zu kriegen. VP 6
Schweife ab mit den Gedanken – denke an zuhause, an alte Sachen, Beziehungen. VP 7
Ein Prüfling, sonst sehr genau und sorgfältig in der Arbeit, wurde ungeschickt und gleichgültig, im Umgang mit den anderen launisch und streitsüchtig, um sich schliesslich wie ein Einsiedler, störrisch zu verschliessen. Schin

11. Wie eingesperrt
Gefühl wie eingesperrt, wenn ich nur weg könnte von hier. (…) VP 1
Um den Knöchel des linken Fusses wie ein enges Band. VP 1
Der Körper fühlt sich immer härter an, Gefühl wie eingesperrt im Körper. (…) VP 1
(…) Es sind verschiedene Tempi und Töne, wir sind gefangen in einem, keiner kann entkommen, es ist sinnlos, sich davon machen zu wollen, in einer eigenen Geschwindigkeit. (…) VP 4

12. Weite Landschaft
(…) Verdammt einsamer Platz hier, könnte in der Taiga in Sibirien sein. Super Natur, tolle Landschaft, vor allem die unendliche Weite, aber nichts zum Bleiben. Angst nicht mehr zurück zu kommen oder keine Zivilisation mehr zu finden. Angst, der Teppich könnte mich ins Weltall wegtragen. (…) VP 1
Genug, jetzt ist genug! Ich bin voller Eindrücke, da hat nichts mehr Platz! Ich kann nichts mehr aufnehmen, möchte nur noch Ruhe und Stille, ich bin voll, es ist genug. Aber die Fahrt geht weiter, rasend durch die dunkle Nacht, durch die endlose russische Steppe. Man muss aufwachen und sich dem ergeben, sich nicht wehren, nicht widerstehen wollen. VP 4
Sehe im Mörser einen immensen Talkessel, ein weites Rund, Hochland, von hintereinander liegenden Bergen umschlossen. Eine Landschaft in Dunkelgrün, Blau und Weiss. VP 8

13. Verschiebung
Rückenschmerzen LWS, als ob der obere und untere Teil des Körpers im LW-Bereich verschieblich gegeneinander wären, wie ein Gummipuffer dazwischen, kann nicht ruhig sitzen, rutsche auf dem Stuhl hin und her, die Rückenschmerzen halten an. VP 1
Gedanke von Erdverschiebung, Kontinentalplattenverschiebung VP 7
Zunächst Druck auf der Stirn über dem linken Auge, dann schmerzhafter Druck im linken Auge bei gleichzeitigem kurzem Doppelsehen und zwar so, dass die Bilder – oder besser gesagt - die Gegenstände leicht vertikal gegeneinander verschoben waren. Schin

14. Sprache, Schreiben, Vermitteln
Überlege, ob ich auf den Rest verzichten könnte, das kommt mir sehr verlockend vor. Bewegung in der Hand wie steif, jetzt befällt es die Sprache, irgendwie auch die Gedanken, wie abgehackt. Schreiben setzt aus. Dann geht’s wieder, Reiben ist unmöglich, das Licht wird dämmrig. VP 1
Ich scheitere immer wieder daran, all diese Bilder in Worte zu fassen. Streiche viel durch, schreibe neu, streiche wieder durch. VP 8
Sowieso ist alles Festhalten, Berichten, Überliefern völlig müssig! Die Blätter zusammenknüllen und wegwerfen! Ich grinse über die Vorstellung, setze sie nur nicht in die Tat um, weil dies die anderen stören würde VP 8
Die Paradoxien von Zen-Sätzen (Koans) könnten es vielleicht am ehesten treffen. Gemessen daran, dass Wörter es nicht ausdrücken können, habe ich ziemlich viel aufgeschrieben! VP 8
Linker Hals und Arm sind hart (aufgeschrieben habe ich: Linker Hart und... Vorher auch das "abgehackt" doppelt aufgeschrieben, auch die Schrift ist verändert), schmerzhaft, angespannt, nur der Kopf ist frei. Merke, dass ich Kiefer und Lider lockern muss. VP 1
Das alles wird furchtbar kitschig tönen, wenn ich es den andern berichten muss. Wörter sind zu klein und zu steif, um es zu vermitteln, sie machen es auch zu gross. Das Runde ist etwas sehr Einfaches! VP 8
Das Blatt ist voll, ich will jetzt nichts mehr aufschreiben. VP 5
(…) Viele Selbstgespräche: habe ich mich auf dem Blatt richtig ausgedrückt? Ist es das was ich meinte? VP 5
Furchtbare Schrift – kann sie fast nicht lesen VP 7
Muss Gedanken und Pläne notieren, sonst kann ich sie nicht loslassen. (…) VP 6

15. Lesen
Schwindel beim Lesen. Schin
Kurzsichtig, er kann die Buchstaben nicht unterscheiden, sie fliessen zusammen. St 16
Trübheit. Kann nun feinen Druck lesen. St 17*
Husten beim Lautlesen, bei Sprechen, nach Trinken von Verschlückern. St 45
Leichter Schmerz wie Pulsieren oder Wellenbewegung im vorderen Teil des Kopfes, an der linken Seite, besser beim Aufhören zu lesen, schlimmer bei beständigem Schreiben. He 3.6

16. Traum: Bin ein kleiner Junge, da ist ein Pferd, es bedeutet mir, dass ich mitkommen soll. Gehe hinter ihm her, mir wird klar, dass ein anderer Junge verschwunden ist und das Pferd mich zu ihm führen will. Bringe das Pferd zum Umkehren, um die anderen Kinder zu holen. Es geht wieder auf die Suche nach dem Verschwundenen, es rennt recht schnell, biegt ab, alle wundern sich, aber es ist klar, dass es eine Fährte verfolgt. Ein langer gerader Feldweg, das Pferd rennt weit voraus, die Kinder auch, ich bin recht weit hinterher. Rechts ist ein Wassergraben, auf der andern Seite davon ein Busch, darin hängt die Mütze des Jungen. Ich entdecke sie und denke, das Pferd laufe falsch, der Junge müsse doch hier abgebogen sei. Mir bleibt aber nichts anderes übrig als zu warten bis die anderen zurück kommen. VP 1

17. Gleichmässigkeit, Ordnung, Rhythmus
Wunsch, dass alle harmonisch im Einklang drehen, dass alle einen gemeinsamen Rhythmus finden. Verfolge den Ton, die Dysharmonien gefallen mir nicht, warum ist immer einer voraus und einer hinterher. Höre meinen eigenen Rhythmus und den der anderen, das sind aber zwei Dinge. VP 4
Jeder erzählt einen ganz eigenen Ton, aber zusammen ergibt das ein Ganzes aus Verschiedenem. Das ist nicht mehr störend, sondern das Individuelle im Ganzen. Wie in einem Bergwerk: die Loren fahren rauf und runter, unaufhaltsam, ohne Ende und Anfang. Zusammen fahren wir auf einer weiten Eisenbahnlinie, über Schwellen und Schwellen hinweg, eine endlose Fahrt, eintönig und unausweichlich. Es geht darum, sich darein zu ergeben, es hat alles seinen eigenen Sinn. Es sind verschiedene Tempi und Töne, wir sind gefangen in einem, keiner kann entkommen, es ist sinnlos, sich davon machen zu wollen, in einer eigenen Geschwindigkeit. Der Zug hat ein Gesamttempo, aber wir sitzen alle in einem Abteil und nur darin haben wir unser eigenes Tempo und unseren eigenen Ton. Das ist lustvoll, es ist eine grosse Lust, sich dem einfach auszuliefern und hinzugeben. VP 4
Auflehnung gegen die Ordnung, die vorgegeben wird. Konnte den Milchzucker bis ganz an den Rand des Mörsers schmiegen. VP 5
Traum: Ein Auto hatte einen Unfall, wird auseinander gebaut, damit man die Karosserie wieder schön lackieren kann. Auch da wuseln viele Leute rum, um diese Oberfläche wieder glatt zu kriegen. VP 6
Jemand klappert –ich versuche daraus einen Takt, eine Melodie zu erkennen. VP 7

18. Etwas nicht tun aus Rücksicht
Bin innerlich albern, will aber nicht stören. VP 2
Ich habe die Vorstellung, dass ich gleich aufstehe und laut schreie, bei sonst gelassenem Gemüt, einfach aus Lust zu schreien. VP 3
(…) Die Blätter zusammenknüllen und wegwerfen! Ich grinse über die Vorstellung, setze sie nur nicht in die Tat um, weil dies die anderen stören würde. VP 8
Disziplin: summe nicht, obwohl mir das zu dieser Kreisbewegung hervorragend passen würde! VP 2

19. Lustig, übermütig, heiter
Bin innerlich albern, will aber nicht stören. VP 2
Kann nicht gut ernsthaft bei der Sache sein. VP 3
Ich habe die Vorstellung, dass ich gleich aufstehe und laut schreie, bei sonst gelassenem Gemüt, einfach aus Lust zu schreien. VP 3
Es singt in mir: Es war ihr itzipitzi-teenie-weenie-Honolulu-Strandbikini... Ich könnte los lachen, es war wirklich lustig in mir. VP 3
Jetzt bin ich wieder heiter gestimmt, zuversichtlich und freudig, frisch, ich wache auf. Dieses Leben ist ein Ausweg! VP 4
Muss über mich selber lachen, dass ich diesen Wettstreit zwischen der Substanz und mir so ernst nehme. VP 5
Beschwingt und locker, aber nicht unernst und oberflächlich. VP 6
(…) Zum Spass ringe ich immer wieder mit einem Kerl, riesig wie ein Kleiderschrank. VP 6
Spüre Klarheit in mir – die anderen beginnen zu lachen, ich warte darauf, dass ich auch lachen kann aber es kommt nicht. VP 7
Bei den Prüfern fiel mir auf, dass die Gespräche untereinander von Woche zu Woche lauter und oft ausgesprochen kichernd und albern wurden, so dass ich bei verschlossener Tür in der Sprechstunde gestört wurde. Schin

20. Lieder zu Helligkeit und Höhe
Lied geht mir im Kopf herum: Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne, die Finsternis weicht! VP 2
Disziplin: summe nicht, obwohl mir das zu dieser Kreisbewegung hervorragend passen würde! VP 2
Es singt in mir: Es war ihr itzipitzi-teenie-weenie-Honolulu-Strandbikini... Ich könnte loslachen, es war wirklich lustig in mir. VP 3
Es singt wieder: Marmor, Stein und Eisen bricht... Es geht immer um die Sequenzen, die sich steigern.... VP 3
Notenblatt für Elise, vor allem die Passagen, die in die Höhe gehen. VP 3
Ein neues Lied reimt sich in mir: Spielend spielend leicht geht die Zeit im Nu vorbei! VP 3
Lied: Über sieben Brücken musst du gehen.... sieben dunkle Jahre überstehn.... VP 5
Lied: Ohrwurm eines nepalesischen Volksliedes. Text des Refrains: Wie die Seide im Wind so fliegen wir zu den Pässen in den hohen Bergen! VP 6

21. Zeit
Ein neues Lied reimt sich in mir: Spielend spielend leicht geht die Zeit im Nu vorbei! VP 3
Wenn die Zeit so schnell verfliegt, ist das schnell empfundene Reiben gar nicht so schnell. Der Versuch, mal langsam und bedächtig zu reiben, hat nicht lange vorgehalten. Denke über Zeitspannen nach. Zwei Stunden verreiben ist etwa wie die Zeit einer Anamnese. Die Zeit läuft so schnell und locker wie ein Rennrad, nie wieder das alte, schwer gängige Rad benutzen! VP 6
Die Zeit vergeht extrem schnell. VP 7
Grösstmöglicher Trost liegt in der Relativität allen Entstehens und Vergehens. Da sind wieder die Bergketten des Anfangs! Entstehen und Zerfallen in Millionen von Jahren. VP 8
Ich bin nicht hier. Entweder in Erinnerungen oder in Plänen. Das Mittel muss etwas mit der Zeit zu tun haben, die Reibestunde geht schnell vorbei. Leichtes, fast beschwingtes Gefühl im letzten Zyklus. VP 6
(…) Ich habe ein gutes Gespür für die Zeit. Mehrmals dachte ich, es sei gleich vorbei, nur wenige Sekunden vor dem Klingeln des Signals. VP 6
Mir fällt auf, dass jeder ein eigenes Tempo hat, die anderen sind sehr viel schneller und ich langsamer. Ich fühle mich wie benommen VP 7
(…) ich möchte zurück in die Ruhe, möchte nicht so sehr in die Zeit fallen. VP 8

22. Ewigkeit, Unendlichkeit
Grösstmöglicher Trost liegt in der Relativität allen Entstehens und Vergehens. Da sind wieder die Bergketten des Anfangs! Entstehen und Zerfallen in Millionen von Jahren. VP 8
(…) Angst, der Teppich könnte mich ins Weltall wegtragen. (…) VP 1
(…) Wie in einem Bergwerk: die Loren fahren rauf und runter, unaufhaltsam, ohne Ende und Anfang. (…) VP 4
Das ewige Leben in der Natur. Alles menschliche Tun, alles Streben, alle Konzepte, Gedanken, Pläne sind nur ein Kräuseln am Rande dieses grossen ruhigen Festes. VP 8
(...) Aber die Fahrt geht weiter, rasend durch die dunkle Nacht, durch die endlose russische Steppe (...)VP 4

23. Grillen und Zikaden
Das Reibegeräusch erinnert mich an das Zirpen von Grillen in einer Sommerweide. VP 5
(…) Gedankenketten, der Mörser, die Schale ist wie eine Klangschale. Schade, dass sie nicht singt. Assoziation an die leeren Hüllen der Zikaden, die wir an einem Baum fanden. Sie singen umsonst und bereiten damit den Leuten Freude! VP 6
Naturgeräusche im Reiben der Mörser: Kollernde Steine im Wasser, Vogelgeschrei, Grillen. Wahnsinnig aktives, intensives Leben überall, ich bin völlig ruhig in der Mitte – lauschend, geniessend. VP 8

24. Sich in etwas ergeben
(…) Der Zug hat ein Gesamttempo, aber wir sitzen alle in einem Abteil und nur darin haben wir unser eigenes Tempo und unseren eigenen Ton. Das ist lustvoll, es ist eine grosse Lust, sich dem einfach auszuliefern und hinzugeben. VP 4
Bild: hohe Kirchen, die erheben sich über mir, ich bin dazwischen. Ich ergebe mich dieser Macht, es bleibt nur noch dies, und grosse Lust, Freude, sich dem hinzugeben. (…) VP 4
Einverstanden sein. Eines Verstandes sein mit allem, was ist. Dieses Einverständnis hat etwas Passives. Ich muss nichts machen, es ist einfach da. VP 8
(...) Aber die Fahrt geht weiter, rasend durch die dunkle Nacht, durch die endlose russische Steppe. Man muss aufwachen und sich dem ergeben, sich nicht wehren, nicht widerstehen wollen. VP 4

25. Das grosse Runde
Das alles wird furchtbar kitschig tönen, wenn ich es den andern berichten muss. Wörter sind zu klein und zu steif, um es zu vermitteln, sie machen es auch zu gross. Das Runde ist etwas sehr Einfaches! VP 8
Menschliche Bosheit, alles Zerstörerische, alles was böse, gemein, kaputt ist, ist nur ein leichtes Kräuseln am Rande des grossen Runden. VP 8
Alles Schöne, Kulturelle ist ebenfalls nur ein schöner Schnörkel am Rande. Vielleicht ein paar besondere Momente in der Musik oder Poesie? Bilder, die etwas vom grossen Runden spiegeln können? VP 8
Ein vollkommener Zustand des Seins im Körper, ganz bewusst, aber Kälte, Schmerz, Leiden können einem nichts anhaben. Es gibt dies alles, ich habe es auch, aber es ist so wenig, gemessen am grossen Runden! VP 8
Im Milchzucker ist plötzlich auch das Kleine und Konkrete: Bilder von Lehm, der sich auf der Töpferscheibe zu einem Gefäss formt. Auch hier das Rund! VP 8
Ich sehe ein Kind, das weint und sich echauffiert, weil es etwas nicht bekommen kann. Ich spüre unser leises Lächeln über diese kleine grosse Aufregung und ich denke: So bin ich in meinen Ängsten und Sorgen, im Zorn, in allem Streben und Wollen – und irgendwo ist ein leises Lächeln im grossen Rund, das mich sieht und behütet. VP 8

26. Religion
Druck auf dem Scheitel, wie ein Judenkäppchen. Sehe mich mitten in den Strassen in ZH, wo die orthodoxen Juden durchwandern. VP 5
Die Paradoxien von Zen-Sätzen (Koans) könnten es vielleicht am ehesten treffen. VP 8
Bild: hohe Kirchen, die erheben sich über mir, ich bin dazwischen. Ich ergebe mich dieser Macht, es bleibt nur noch dies, und grosse Lust, Freude, sich dem hinzugeben. Ganze Gassen voller Kirchen, in denen ich mich bewege. VP 4
Gedanken wandern, gehört das dazu. Die Gedanken sind wie das Umkreisen einer Stupa, wie eine tibetische Gebetsmühle, oder wie das Reiben einer Klangschale. VP 6

27. Verdriesslich über Kleinigkeiten, oder nur Eingebildetes. St 1

28. Unaufgelegt zu Geistesarbeiten, wegen störender Lebhaftigkeit der Phantasie. St 2

29. Sehr gesprächig und fast wie trunken. St 3

30. Sehr beunruhigende feine Nervenschwingungen, wie bis ins Innere der Knochen. St 75
Gefühl von Pulsieren in der Brust und im Bauchraum ohne Pulsbeschleunigung. Schin

31. Unruhig, wie gefühllos
Unruhe im linken Arme, der wie gefühllos. St 56
Unruhe in beiden Unterschenkeln, als sollten sie gefühllos werden. St 63
Unruhe innen im ganzen Körper, mit unbeschreiblichem, höchst unangenehmen Gefühl. St 74

32. Fühlt sich, als ob Fäden durch Kopf und Rumpf gezogen worden wären. He 43.2

33. Nachlässig, ungeschickt
Kann vor Nervosität die Hände nicht ruhig halten, dabei ungeschickt. Schin
Ein Prüfling, sonst sehr genau und sorgfältig in der Arbeit, wurde ungeschickt und gleichgültig, im Umgang mit den anderen launisch und streitsüchtig, um sich schliesslich wie ein Einsiedler, störrisch zu verschliessen. Schin
Der Ordnungssinn und die sonst so betonte Sorge um die schlanke Linie schienen offensichtlich vergessen zu sein. Schin*

34. Konzentration
Kann sich bei der Arbeit mit Büchern besser konzentrieren, ist weniger abgelenkt und hat auch weniger Verlangen nach Vergnügen als sonst. Schin
Konzentrationsfähigkeit auffallend gut. Schin
Konzentrationsschwäche. Schin

35. Dehnen
Unangenehmes Gefühl im ersten Gelenke des Zeigefingers, was zum Dehnen und Knacken nöthigt. St 59
Arbeitsunlust mit Neigung zu Dehnen u. zu Renken. St 73
Ärgste Verschlafenheit des Morgens, stundenlanges Dehnen, wie betäubt, mit Brennen in den Augen, Reissen in allen Gliedern; es erquickt ihn ungemein sich auf die andere Seite zu legen. St 81

36. Sehr lebhafte, erinnerliche Träume, von Wasser, Feuer, Blutspeien, betrübenden Verlusten. St 78
Eine Menge Leute guckt zu einem Haus hoch, das gebrannt hat und leer ist.(...) VP 4
Traumfragment am Morgen: Ich helfe meiner alten Mutter (die in Wirklichkeit verstorben ist) beim Einsteigen in ein kleines rotes Auto irgendwo auf einem altertümlichen Dorfplatz. Die Mutter einer Freundin ist verstorben (sie lebt in Wirklichkeit noch) und wir wollen zur Beerdigung. VP 8

37. Schlafwandeln, mit offenen Augen, zornigen Gebärden; die Haare sträuben sich, kann nicht ins Bewusstsein gebracht werden. He 37.7

38. Kopf vergrössert
Dumpfe Eingenommenheit, als vergrösserte sich der Kopf, mit Missmuth und Übelkeit. St 6
Schmerzen in hohlen Backenzähnen, besonders im Unterkiefer; plötzliche Rucke in der Wurzel; Reissen, Ziehen. Übelkeit; mit Kratzen am Gaumen; bei Gefühl als sei der Kopf aufgetrieben, bei Leerheit. St 24

39. Heftig Kopfweh, nach oben drängende Vollheit; wie Schwere, dumpfer Druck, besonders im Hinterkopfe, hie und da wie mit Fingern hineingedrückt. St 7

40. Bei Schwäche im Gehen gewöhnlich auch Schmerz in den Augen oder im Kopfe. St 19

41. Gefühl von Kreislaufschwäche bis fast zur Ohnmacht. Schin

42. Durst
Endloser Durst, ich fühle mich wie ein Fass ohne Boden. VP 4
Starkes Verlangen nach Süssigkeiten und starker Durst auf Mineralwasser. Schin

43. Alkohol
(...) darunter ein 57jähriger Krankenpfleger mit Hypertonie und Leberschaden, der trotz liebevoller Bemühungen und eigener Anstrengung den Alkohol nicht lassen konnte. auf Mephitis besserte sich nicht nur das Asthma, sondern auch der Blutdruck. Der Patient gab zu seiner eigenen Überraschung an, dass er auf Mephitis putorium C 30 kein Verlangen mehr nach Alkohol habe. Schin*

44. Verschlucken, Räuspern
Verschlückern bei Trinken und Sprechen. St 26
Lästiger Reiz zu vergeblichem Räuspern. St 27
Beim Trinken oder Sprechen, Neigung einen Fremdkörper in den Kehlkopf zu bekommen. He 25.1
Verschlucken beim Essen, kann deshalb bei Tisch nicht sprechen. Schin

45. Zwei Fälle von unstillbarem Erbrechen, bei einem 3jährigen Kind seit 24 Stunden mit Abdominal- und beginnenden Hirnkrämpfen und bei einer 63jährigen seit 2 Tagen ununterbrochen in kurzen Abständen bei jeder geringsten Bewegung. Beide Patienten erbrachen auf Mephitis putorium C 30 nicht mehr und zeigten bald ein freundlich gelöstes Gesicht. Schin*

46. Süsses, Zwiebeln, Salz und Kupfer
Starkes Verlangen nach Süssigkeiten und starker Durst auf Mineralwasser. Schin
Geschmack im Mund: nach Kupfer; wie nach Essen von Zwiebeln. He 11.1
Eine Art brennendes Gefühl wie von rohen Zwiebeln im Magen, in Nase, Kopf, rechtem Arm, rechter Lunge und die Speiseröhre hinunter. He 43.5
Neigung zu Starkgesalzenem. St 29
Kupfergeschmack. St 28

47. Bauchschmerzen
Drücken und Winden im Leibe wie von Erkältung, mit Kältegefühl, Schütteln und Harndrang, besser am warmen Ofen. St 37
Bauchkoliken, als wenn der Bauch zusammengeschnürt würde, die ganze Nacht anhaltend. Schin

48. Fremdkörpergefühl
Schmerz der Augen bei manchen Drehungen; als wäre etwas im Auge; wie von Anstrengung. St 11
Beim Trinken oder Sprechen, Neigung einen Fremdkörper in den Kehlkopf zu bekommen. He 25.1
Gefühl einer Luftblase im Kehlkopf, die heraus muss. Schin

49. Asthma
Asthma: wie von Schwefeldampf einatmen; im Schlaf; der Trinker. He 26.1
Einatmung schwierig, Ausatmen fast unmöglich oder bellend. He 26.2
Asthma im Schlaf; weckt nicht auf; hält an nachdem er erwacht ist. He 37.9
Sechs Fälle von Asthma bronchiale mit Lungenemphysem haben auf Mephitis putorium D 4 jetzt nachts keine Anfälle mehr, können gut durchschlafen und morgens den Schleim leicht abhusten (…) Schin*
Ein 16jähriger Junge litt seit dem 4. Lebensjahr im Anschluss an Keuchhusten an Asthma bronchiale, ist dazu allergisch auf Kälte und Pollen, wurde deshalb während 12 Jahren laufend mit Cortison behandelt und kam in kläglich reduziertem Allgemeinzustand, mit eingefallenem Thorax und verkrampfter, gebückter Haltung. Er erhielt ab Juni 1976 Mephitis putorium D 4, das er jetzt (1979) nur noch gelegentlich einmal abends benötigt. Der Junge hat sich mit Mephitis psychisch und physisch entspannt und normal entwickelt. Als Nebenbefund ist unter Mephitis eine Enuresis nocturna, die ihn in dem Alter bedrückte, völlig verschwunden. Schin*

50. Keuchhusten, Bronchitiden
Keuchhusten oder jede Art von Husten, der sehr heftig ist, krampfhaft beginnt und wo es den Anschein hat, als ob jeder Anfall das Leben kosten würde. He 27.2
Anfälle Tag und Nacht; das Kind muss gehoben werden, wird blau im Gesicht und kann nicht ausatmen; Krämpfe; stinkende Diarrhoe. He 27.3
Nach leichtem Katarrh, Keuchhusten; am Tage Husten leicht, aber nachts alle zehn Minuten ein Anfall mit häufigem Erbrechen und Fieber. He 27.5
14 Fälle von chronischen, dick schleimigen Bronchitiden, teils bereits mit Bronchiektasen, überempfindlich auf jedes kalte Wetter, mit Hustenanfällen besonders nachts. Auf Mephitis putorium D 4 hat sich jeweils der Schleim leicht gelöst; die Patienten sind nicht mehr so kälteanfällig und husten nicht mehr. Schin*

51. Zwei Fälle von seit zwei Jahren chronisch rezidivierenden Sinusitiden. Auf Mephitis putorium D 4 massive Eiterentleerung mit Niesen morgens, jetzt Nase völlig frei. Davon eine Patientin vorher immer nur jeden 2.-3. Tag Stuhlgang, auf Mephitis jetzt täglich einmal normal. Schin*

52. Eine 57jährige Diabetikerin mit Hypertonie und Glaukom gab an, besser sehen zu können. Der Blutdruck fiel sehr schnell auf Normalwerte ab und gleichzeitig sanken die Augendruckwerte bis in den Normalbereich, gegenüber vorher sehr schlechten Werten. Schin

53. Eine Prüferin, bis zu Beginn der Versuchsserie dauernd wegen spastischer Beschwerden in urologischer und gynäkologischer Behandlung, wurde völlig beschwerdefrei. Schin

54. Geschlechtsorgane
Jucken am Hodensack; Wärme der Geschlechtsteile. St 41
Schwinden der Hoden von Masturbation. He 22.1
Wundheit der weiblichen Geschlechtsteile, und Geschwulst der Schamlippen. St 42

55. Wasserausscheidung
Während der ersten 36 Stunden seit Beginn des Versuchs brauchte ich kaum Wasser lassen und sah dabei im Gesicht blass und gedunsen aus. Dann aber setzte eine enorme Harnflut ein, mehrmals bei Tag und bei Nacht, unter ständig leichtem Druckgefühl im Bereich des Trigonum vesicae. Unter der Wasserausscheidung wurde die Haut, besonders im Gesicht, wie ausgetrocknet, schlaff und völlig ohne Turgor. Für mehrere Tage traten Papeln am Kinn und um den Mund auf, wie bei Akne vulg. Gleichzeitig wurden die Haare, die sonst bei vorhandener Naturwelle leicht zu frisieren und meist statisch geladen waren, völlig schlaff und hingen ungepflegt herum, bei deutlichem Haarausfall. Aus der Mitte der Augenbraue fiel ein Büschelchen Haare aus. Schin
Ein Fall von Nierenkolik auf Kälte bei Nierengriess: mit jeweils einer Gabe Mephitis putorium C 30 immer schnell (innerhalb von Minuten) schmerzlos, anschliessend starke Diurese mit reichlich Oxalatausscheidung. Schin*

56. Haare
(...) Gleichzeitig wurden die Haare, die sonst bei vorhandener Naturwelle leicht zu frisieren und meist statisch geladen waren, völlig schlaff und hingen ungepflegt herum, bei deutlichem Haarausfall. Aus der Mitte der Augenbraue fiel ein Büschelchen Haare aus. Schin
Sonst trockene Haare wurden auffallend fettig und liessen sich schlecht frisieren. Schin
Dicke Schuppen auf der Kopfhaut. Schin
Sehr starke Haarausfall während der ersten zwei Wochen des Versuchs. Schin
Seit ca. 6 Wochen bestehender Haarausfall lässt bereits in der ersten Woche auf Mephitis putorium D 6 nach und hört im Verlaufe des Versuchs völlig auf. Schin

57. Wärme
Aufgeregt, bei Wärme des Kopfs. St 4
Jucken am Hodensack; Wärme der Geschlechtsteile. St 41
Wärme am Kopf, den Geschlechtsteilen, den Unterschenkeln, Nachts. St 85
Vermehrte Wärme, besonders des Morgens, friert weniger in der Kälte, scheut kaltes Wasser nicht. St 86
Aufsteigende Hitze zum Kopf, brennend angenehmes Wärmegefühl in Stirn und Wangen. Schin

58. Kälte, Frost
Eiskaltes Waschen wird sehr angenehm. St 87
14 Fälle von chronischen, dick schleimigen Bronchitiden, teils bereits mit Bronchiektasen, überempfindlich auf jedes kalte Wetter, mit Hustenanfällen besonders nachts. Auf Mephitis putorium D 4 hat sich jeweils der Schleim leicht gelöst; die Patienten sind nicht mehr so kälteanfällig und husten nicht mehr. Schin*
Ein 16jähriger Junge litt seit dem 4. Lebensjahr im Anschluss an Keuchhusten an Asthma bronchiale, ist dazu allergisch auf Kälte und Pollen (...) Schin*
Drücken und Winden im Leibe wie von Erkältung, mit Kältegefühl, Schütteln und Harndrang, besser am warmen Ofen. St 37
Ein Fall von Nierenkolik auf Kälte bei Nierengriess (...) Schin*
Immer wieder vorübergehendes Frostgefühl im Rücken. VP 3
Ein Schauder vom Abdomen zu Kopf und Zehen, Haare sträuben sich. Wiederholt während der Prüfung. VP 5
Als ob meine Augen kalt werden – frage mich ob es irgendwo zieht? Assoziation zu Schnee – fühle mich unkonzentriert, abschweifen. Später kalter Luftzug am re Auge, Kälte breitet sich über Oberarm und Rücken aus. VP 7
Das Rühren macht Spass – Gedanken an Schnee. Mitten im Rühren halte ich immer wieder an. Kältegefühl auch an Beine – Hände werden eiskalt. VP 7
Wieder eiskalt und SZ re Schulter – wohl vom Reiben, bald wieder weg VP 7
Ich bin sehr klein. Die Wege sind weit, aber alles ist leicht und frei. Es ist kalt. VP 8

59. Zeitiges Erwachen
Viel zeitiger Erwachen. St 82
Zeitiger Erwachen, mit Wohlsein, in mehreren Fällen. St 83*

60. Riechen an Kampfer erleichtert nur kurze Zeit, ohne aufzuheben. St 93

MIASMATISCHE DYNAMIK — SEKUNDÄRE PSORA


Mephitis-Patienten sind feinnervig, empfänglich für jeden Reiz, schnell aufgeregt über Kleinigkeiten – Kinder wie Erwachsene leiden an dieser schnellen, etwas überdrehten Reaktionsweise. Ihrem unruhigen Geist fällt es schwer, sich zu konzentrieren. Mephitis wird ungeschickt , nachlässig, hastig Th 33. Kinder wuseln herum, können nicht still sitzen, sind launisch – mal albern verspielt, mal gereizt und streitsüchtig Th 9. Es ist ihnen zuwider, still sitzen zu müssen. In der Schule fühlen sie sich eingesperrt und leisten Widerstand gegen die Regeln Th 10. Sie sind nicht aufgelegt zum Lernen, weil ihre Phantasie zu lebhaft ist und ständig mit ihnen durchgeht. Einzelne Gedanken können sie aber endlos weiterspinnen Th 28. Möglicherweise fällt es ihnen schwer, ihre inneren Bilder oder schon nur die Beschwerden in Worte zu fassen Th 14.
Der Mephitis-Patient kann auch darüber klagen, dass er sich von den anderen Menschen ausgeschlossen fühle. Er spürt, dass er nicht dazu gehört, die Leute scheinen streitsüchtig und gegen ihn zu sein Th 9, 10. Er träumt von betrübenden Verlusten Th 36.
Seine religiösen Fragen zeigen sich in der sekundärpsorischen Phase vor allem als Leiden. Er spürt Schwere und bleiernes Schuldgefühl im Zusammenhang mit kirchlichen Verhaltensregeln – wahrscheinlich, weil sein innerstes Wesen sich nicht in irgendwelche engen Normen zwängen lassen möchte Th 2.

MIASMATISCHE DYNAMIK — TERTIÄRE PSORA


Egotrophie
In der Meditationserfahrung des vollendeten Seins im eigenen Körper erlebt Mephitis die Verwirklichung seiner Vollkommenheitsvorstellung Th 25. Sein Dasein ist leicht, weich, einfach, sein Zustand schwebend, es braucht keine Anstrengung Th 1, 3. Er erlebt sich selber als ruhenden Pol mitten im geschäftigen Leben Th 25 oder spürt, dass wir alle im selben Zug sitzen, in einem gemeinsamen Tempo unterwegs sind, dass es nur innerhalb des Abteils eine jeweils eigene Bewegung gibt Th 5. Seine Stimmung ist dabei lustig, übermütig, heiter Th 19, die inneren Lieder drücken Helligkeit und Höhe aus Th 20.
Sobald er die Schattenseite, die Schwere des menschlichen Daseins wieder spürt, versucht er kompensatorisch, durch besondere Anstrengung, durch eiliges, emsiges Umherwuseln den ersehnten Zustand der inneren Ruhe zu erreichen Th 5, 6. Er unternimmt viele Reisen, geniesst es, unterwegs zu sein, schnell umherzusausen, Grenzen zu überschreiten Th 5, 6, 8. Je ziel- und heimatloser er sich dabei fühlt, desto hektischer wird seine Bewegung.
Seine fehlende Bindung an andere Menschen kompensiert er auf verschiedene Weise: Einerseits versucht er sich anzupassen, und fragt sich, wie weit er Rücksicht auf die anderen nehmen müsse, um noch irgendwie dazu zu gehören. Er tut z.B. Dinge nicht, um die anderen nicht zu stören Th 18. Andererseits kann er fast zwanghaft versuchen, durch trunkene Gesprächigkeit mit den anderen in Kontakt zu kommen Th 29. Er versucht Harmonie herzustellen, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden, Gleichmass und Ordnung zwischen den Menschen zu schaffen Th 17.
Er kann sich in die Tatsache ergeben, dass er eher ein Einzelwesen ist und betrachtet die anderen entweder mit freundlichem, warmem Desinteresse oder wird zum Einsiedler Th 10.

Egolyse
Epikur sagt in seiner Philosophie der Freude: "Bei den meisten Menschen ist die Ruhe Lähmung, die Bewegung Tollheit." Wenn Mephitis in der Kompensationshaltung der Egotrophie eher zur Tollheit neigt, kann er in der Egolyse vor lauter Wunsch nach Ruhe und Zentrierung ins Gleichgültige absinken. Er erlebt eine Art passives Wegdämmern. Die Gedanken lassen sich nicht mehr fassen, ordnen oder aufs Papier bringen. Th 15, 16, 34, 35
Müdigkeit und Schwere nehmen überhand Th 2, 7, 40, 41.

Alterolyse
In dieser Entwicklungsphase bekämpft Mephitis Leute, die ihm Widerstand leisten. Er akzeptiert keine Regeln, fühlt sich in ständigem Wettstreit, wird dabei reizbar und aggressiv. Seine Haare sträuben sich im Zorn – wie beim Stinktier, das sich vor dem Angriff ausserdem in einer einzigartigen Haltung auf die Vorderbeine stellt Th 10.

LEITMOTIV — PRIMÄRE PSORA


Welche "Conditio humana" lehnt er ab? Wo wünscht er sich Vollkommenheit?
Der in der Meditation angestrebte Bewusstseinszustand wird je nach Tradition mit Begriffen wie Stille, Leere, Panorama-Bewusstheit, Einssein, im Hier und Jetzt sein oder frei von Gedanken sein beschrieben. Dadurch werde die Subjekt-Objekt-Spaltung (Begriff von Karl Jaspers) überwunden.
Dieses wunschlose, zeitlose Einssein, dieses Angekommensein, hat Mephitis als Vollkommenheitsvorstellung vor Augen Th 25.
Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Mephitis sich voll Eifer in Bewegung. Er möchte unterwegs sein, am liebsten mit der Leichtigkeit eines fliegenden Teppichs – der symbolisch untrennbar mit dem Paradies verbunden ist. Er träumt von endlosen Reisen in einem weiten Land. Th 1, 5, 6, 12 Irgendwann, so hofft er, werde er in der Stille ankommen.
Aber Krishnamurti schreibt: Meditation hat überhaupt nichts mit Bewegung zu tun. Das heisst, der Geist ist absolut still, er bewegt sich in keiner Richtung.

Wo erlebt er deshalb ein Nichtgenügen, einen Verlust?
Da Mephitis die Idee hat, durch Bewegung in die Stille kommen zu können, erlebt er dort ein Nichtgenügen, wo diese Bewegung eingeschränkt wird: Er fühlt sich leicht durch die gegebenen Umstände eingesperrt oder wie festgebunden Th 11. Er fühlt sich schwer, als würde er einsinken Th 2. Der feste Boden unter den Füssen kommt ihm abhanden Th 3 und er ist matt und schläfrig Th 7.
Durch seine rastlose, getriebene Bewegung verliert er aber auch die Zielsetzung Th 6. Wohin geht die Reise überhaupt? Es gibt keinen Ort, an dem er bleiben kann Th 12.
Der dritte Verlust, den Mephitis durch das dauernde Unterwegssein erleidet, betrifft sein Zugehörigkeitsgefühl. Um in einer Gemeinschaft zu sein, braucht es ein gewisses Mass an Beständigkeit, Hiersein, Bleiben. Mephitis fühlt sich in Folge seines Reisens und Unterwegsseins fremd, entzweit mit den anderen Menschen. Th 7, 9, 10

Was empfindet er infolge der Ablehnung als Bedrohung oder als Strafe?
Das Nicht-Dazugehören macht ihm Angst: Ein Bild dafür ist der folgende Traum: Ein Haus ist verbrannt, die Leute gucken zu und ich gucke den Leuten beim Zugucken zu Th 10. Man kann sich den Reisenden vorstellen, der heimkehren möchte, sein Haus ist weg, er kennt niemanden mehr. So kann das Alleinsein in bedrohliche Einsamkeit kippen.
Mephitis fürchtet auch, durch seine getriebene Bewegung schliesslich im Weltall verloren zu gehen, weit ab von jeder Zivilisation, und sein Ziel gar nie zu erreichen Th 12.
Alles was ihn behindert, z.B. körperliche Missempfindung, löst ebenfalls Ängste aus: Gefühl im schweren Körper eingesperrt zu sein Th 11, beunruhigende feine Nervenschwingungen Th 30, Gefühl abzusterben und zu erstarren Th 3.

Wie könnte sich ein bewusster Umgang mit der Grundproblematik darstellen?
Die an sich banale Aussage "Der Weg ist das Ziel" könnte Mephitis eine Lösung aufzeigen, wie er innere Stille findet, ohne zuerst ein Ziel erreichen zu müssen. Das befähigt ihn, andere Menschen auf die (innere oder äussere) Reise mitzunehmen, um auch ihnen den Moment des Einsseins nahe zu bringen.

INTERPRETATION einzelner Themen oder Symptome


Für mehrere Prüfer der Arzneimittelverreibung klingt das Reibegeräusch im Mörser wie der Gesang von Grillen und Zikaden Th 23. Die Symbolik beider Insekten wird mit dem Kreislauf der Seele in Verbindung gebracht und streift so das Kernthema von Mephitis, das sich wünscht im "zeitlosen Einssein" anzukommen.
Nach einem Text des Philosophen Platon geht man davon aus, dass Zikaden als Botschafter der Musen mit entkörperlichten Seelen gleichgesetzt wurden. Sie sollen sich von den physischen Bedürfnissen (Abstreifen der Larvenhaut) befreit und damit eine höhere Ebene der Erkenntnis erreicht haben. wikipedia 2015.
Die Grille, die ihre Eier in der Erde deponiert, lebt darin in der Form der Larve, dann schlüpft sie aus, um sich ins reife Insekt zu verwandeln. Sie war für die Chinesen ein dreifaches Symbol für Leben, Tod und Auferstehung. Ihre Anwesenheit im Haus wurde als Glücksversprechen verstanden, was sich auch in den mediterranen Zivilisationen findet DDS.

Gedanke von Erdverschiebung, Kontinentalplattenverschiebung – Rückenschmerzen mit dem Gefühl, als ob der obere und untere Teil des Körpers gegeneinander verschieblich wären – oder Doppeltsehen und zwar so, dass die Gegenstände leicht vertikal gegeneinander verschoben waren Th 13. Das "Verschobensein" in diesen Symptomen – einmal auf Kontinental-, dann auf Körper- und schliesslich auf Sinnes-Ebene, erinnert an die beiden unvereinbaren Welten, das "grosse Ganze" und das Individuelle, welche in der gesamten Verreibungsprüfung stark spürbar waren. S. Anhang

Sehr lebhafte, erinnerliche Träume von Wasser, Feuer, Blutspeien, betrübenden Verlusten Th 36. Wir wissen nichts Näheres über diese Trauminhalte, doch Wasser, Feuer und Blut sind sowohl Lebenserhaltende wie auch -zerstörende Elemente. In diesem Sinne weisen auch sie auf die Spannung zwischen dem Individuellen und dem grossen Ganzen hin.

Durch den Anspruch, ständig unterwegs zu sein um in die grossen Stille zu finden, erlebtMephitis leicht ein Gefühl von Eingesperrtsein im Körper Th 11 oder als ob Fäden durch Kopf und Rumpf gezogen worden wären Th 32. Ein Bild, das an eine Marionette denken lässt, deren Schicksal vom Marionettenspieler abhängt und eine freie Bewegung, freies Unterwegssein verhindert. Dem gegenüber sehen wir die Neigung sich zu dehnen und zu renken Th 36.

Riechen an Kampfer erleichtert nur kurze Zeit, ohne aufzuheben Th 60. Bei einer Substanz, die so stark durch ihren Duft imponiert, ist es nicht verwunderlich, dass selbst Kampfer ihr nichts anhaben kann.
Auch in diesem Zusammenhang kann das aus der Klinik bekannte Wirkungsfeld bei Lungenerkrankungen wie Asthma Th 49, Bronchitiden und Keuchhusten Th 50 erklärt werden.

ZUR SUBSTANZ


Mephitis putorius, (bei Noack/Trinks: Viverra putorius, Nordamerikanisches Stinktier, entspricht Spilogale putorius, Fleckenskunk)
Ob mit der alten Bezeichnung "putorius" der Fleckenskunk oder der Streifenskunk gemeint ist, konnte nicht genau geklärt werden.
Die Deutsche Homöopathie-Union gibt folgende Auskunft: "Wir verwenden das flüssige Sekret der Analdrüsen von Mephitis mephitis L. (Streifen- oder Kanada-Skunk). Sämtliche Unterarten sind dabei zulässig."

Die Entdeckung und die darauf folgenden Analysen des Stinktiersekrets begannen 1862 mit Friedrich Wöhler. Er beschäftigte sich als Erster mit dem Stinktiersekret und nur eine Handvoll Forscher arbeiteten in den Folgejahren weiter an diesem Thema. Ziel der Forschung und biochemischen Bestimmungen war es, die Komponenten und Inhaltsstoffe des gelben Öls zu analysieren. Dies gestaltete sich jedoch als äusserst schwierig, da die gefundenen Verbindungen sehr reaktiv waren und sich dadurch nur schwer charakterisieren liessen. Viele Verbindungen die anfangs nachgewiesen wurden, konnten 1990 durch William F. Wood mit Hilfe von Gaschromatographie und Massenspektroskopie, widerlegt oder bestätigt werden. In Summe trauten sich nicht viele Forscher an das Stinktiersekret, da der üble Gestank ihnen lang anhaftete und sie nicht selten in die (vorübergehende) soziale Isolation trieb. daten.didaktikchemie.uni-bayreuth.de (2015)

Herr Dr. Hering hat die Güte gehabt, mir einen kleinen Vorrath Mephitis zu senden; gern bin ich bereit denen, die diesen Stoff zu haben wünschen, etwas davon mitzuteilen. Stapf

"Wenn die zahlreichen seit 1851 gesammelten Tatsachen auch nicht beweisen, dass Mephitis alle anderen Mittel bei Keuchhusten übertrifft, so kann es doch als ein wertvolles Spezifikum betrachtet werden." Neidhard. He

Im August 1976 folgten Arzneimittelprüfungen über die Dauer von 4 Wochen an 7 weiblichen Prüflingen im Alter von 17-57 Jahren (alle in meiner Praxis tätig) zunächst mit Mephitis putorium D 6, in der nächsten Woche mit D 4 und weiter unterschiedlich mit D 6 oder D4.
Ein weiterer Arzneimittelversuch wurde im März 1977 in einem einwöchigen Intensivkurs für Ärzte und Medizinstudenten in Baden bei Wien durchgeführt mit Mephitis putorium C 30, an 42 Kursteilnehmern (31 männlich und 11 weiblich, im Alter zwischen 25 und über 70 Jahren). Schin


ANMERKUNGEN


Der folgende Bericht stammt von einer Teilnehmerin an der Verreibungsprüfung. Ihre tiefe Meditationserfah-rung war sicher wegweisend für die Erstellung der Mittelhypothese. Teilweise wurden die Symptome in der Themen-liste verwendet, um aber den ganzen Ablauf ihrer Erfahrung besser verstehen zu können, sei diese hier als Ganzes nochmals angefügt:

Sehe im Mörser einen immensen Talkessel, ein weites Rund, Hochland, von hintereinander liegenden Bergen umschlossen. Eine Landschaft in Dunkelgrün, Blau und Weiss. Ich bin sehr klein. Die Wege sind weit, aber alles ist leicht und frei. Es ist kalt. Naturgeräusche im Reiben der Mörser: Kollernde Steine im Wasser, Vogelgeschrei, Grillen. Wahnsinnig aktives, intensives Leben überall, ich bin völlig ruhig in der Mitte – lauschend, geniessend. Ich war lange in der Hochebene unterwegs, ganz allein, jetzt ist Nacht. Ich liege am Ufer eines flachen Flusses und lausche all dem geschäftigen Leben rundum. Einverstanden sein. Eines Verstandes sein mit allem, was ist. Dieses Einverständnis hat etwas Passives. Ich muss nichts machen, es ist einfach da. Es gibt keine Angst, keine Gefahr. Der Tod wäre nur eine kurze Heftigkeit, dann das Eingehen, das Versinken, sich Vereinigen, Versickern im Erdreich. Es macht keinen Unterschied, ob man schläft oder wach ist. Das Leben ist immer da, immer in Bewegung. Das ewige Leben in der Natur. Alles menschliche Tun, alles Streben, alle Konzepte, Gedanken, Pläne sind nur ein Kräuseln am Rande dieses grossen ruhigen Festes. Es gibt wirklich nichts zu wollen oder zu sollen. Die anderen Menschen sehe ich mit einem freundlichen, warmen Desinteresse. Wer (oder was?) bin ich? Menschliche Bosheit, alles Zerstörerische, alles was böse, gemein, kaputt ist, ist nur ein leichtes Kräuseln am Rande des grossen Runden. Alles Schöne, Kulturelle ist ebenfalls nur ein schöner Schnörkel am Rande. Vielleicht ein paar besondere Momente in der Musik oder Poesie? Bilder, die etwas vom grossen Runden spiegeln können? Das alles wird furchtbar kitschig tönen, wenn ich es den andern berichten muss. Wörter sind zu klein und zu steif, um es zu vermitteln, sie machen es auch zu gross. Das Runde ist etwas sehr Einfaches! Ein Bild dafür wäre vielleicht: Das Gleiten eines grossen Raubvogels auf dem Wind, alles Menschenwerk ist weniger als die winzigen Steuerbewegun-gen seiner äussersten Schwungfedern. Ein vollkommener Zustand des Seins im Körper, ganz bewusst, aber Kälte, Schmerz, Leiden können einem nichts anhaben. Es gibt dies alles, ich habe es auch, aber es ist so wenig, gemessen am grossen Runden! Ich spüre am Ende der ersten zehn Minuten der C-2-Verreibung, wie die Zeit mich wieder zu sich nimmt. Plötzlich ist wieder Müdigkeit zu spüren, Fragen der Langeweile, wann ist es fertig? Starke Beschäftigung mit der Zeit. Damit einher geht plötzlich rasend schnelles Drehen im Mörser (wie ich es bei den anderen schon lange beobachte), noch fällt es mir leicht, aber ich möchte zurück in die Ruhe, möchte nicht so sehr in die Zeit fallen. Langes Nachdenken darüber, wer dieses Mittel brauchen könnte. "Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid" – also eigentlich alle? Sicher alle, die so in Zustände geraten, sich in Hast, Sinnlosigkeit, in Konzepten und Zielen verloren haben. Ich meine plötzlich, der Stössel sei flach gedrückt oder krummer als zuvor. Hab ich ihn durch das Reiben krumm ge-kriegt? Geht es um die Illusion, durch unser Tun Grosses bewirken zu können? Im Milchzucker ist plötzlich auch das Kleine und Konkrete: Bilder von Lehm, der sich auf der Töpferscheibe zu einem Gefäss formt. Auch hier das Rund! Ich scheitere immer wieder daran, all diese Bilder in Worte zu fassen. Streiche viel durch, schreibe neu, streiche wieder durch.... Sowieso ist alles Festhalten, Berichten, Überliefern völlig müssig! Die Blätter zusammenknüllen und wegwerfen! Ich grinse über die Vorstellung, setze sie nur nicht in die Tat um, weil dies die anderen stören würde. Wie leicht, weich und einfach das Leben in diesem Zustand ist! Einfach SEIN. Eine Form von Liebe? Am ehesten ist es damit zu vergleichen. Aber ohne Ziel und Ausrichtung, kein Wollen, keine Bindung, keine Freiheit. Die Paradoxien von Zen-Sätzen (Koans) könnten es vielleicht am ehesten treffen. Grösstmöglicher Trost liegt in der Relativität allen Entste-hens und Vergehens. Da sind wieder die Bergketten des Anfangs! Entstehen und Zerfallen in Millionen von Jahren. Ich sehe ein Kind, das weint und sich echauffiert, weil es etwas nicht bekommen kann. Ich spüre unser leises Lächeln über diese kleine grosse Aufregung und ich denke: So bin ich in meinen Ängsten und Sorgen, im Zorn, in allem Streben und Wollen – und irgendwo ist ein leises Lächeln im grossen Rund, das mich sieht und behütet.

Vermeulen, Synoptische Materia Medica 2, 1998 Das Stinktier ist ein Nachttier und Allesfresser, es ernährt sich von Insekten, Mäusen, Fröschen und Obst. Es ist ein recht heimliebendes Tier und verlässt nie die Gegend, in der es seinen Bau gräbt - bevorzugt in Lichtungen in dichten Wäldern. Im Winter ist es viel weniger aktiv, vor allem in den nördlichen Gebieten, aber es hält keinen richtigen Winterschlaf. Die jungen, die Anfang des Frühjahrs geboren werden, bleiben einen Grossteil des Sommers über bei ihren Eltern und machen sich im Herbst selbständig. Wenn sie bedroht wird, stellt sich die kleinere Sorte, Mephitis putorius, auf seine Vorderpfoten, um grösser zu erscheinen; dieses Verhalten ist bei Säugetieren einmalig.

In seinem Buch Animal-Speak schreibt Ted Andrews dem Stinktier die folgende Essenz zu: Sinnlichkeit, Respekt und Selbstachtung. Er bemerkt weiter: "Diese Marderart ist ein mächtiger Totem voller mystischer und magischer Assoziationen. Denken Sie allein daran, wie Menschen auf dieses Geschöpf reagieren. Sie bringen ihm grossen Respekt entgegen und haben grosse Achtung vor dem, wozu er fähig ist. Es lehrt uns sowohl stärkere Selbstwahr-nehmung als auch bessere Selbstbehauptung. Das Stinktier geht keinem anderen Tier aus dem Weg. Obgleich sie keine Angst haben, sind sie sehr friedliche Tiere. Sie bewegen sich langsam und ruhig und versprühen ihr Sekret nur wenn ihnen keine andere Wahl bleibt. Stinktiere sind so rücksichtsvoll, dass sie immer ein Warnsignal geben bevor sie sprühen. Manchmal tritt ein Stinktier als Totem in unser Leben, um uns beizubringen, wie wir mehr Aufmerksamkeit auf uns selbst lenken können, ohne arrogant oder lästig zu sein. Oder es hilft uns bei der Selbstbehauptung gegenüber Menschen in unserem Leben, gegenüber denen wir uns machtlos fühlen. Tomatensaft ist nach wie vor das einzige Mittel, das den unerträglichen Gestank zu verringern hilft. Personen, die das Stinktier als Totem haben, sind möglicherweise allergisch gegen Tomaten, oder aber sie sollten viele Tomaten essen."


QUELLEN


Überarbeitung im Rahmen des Arzneimittel-Workshops in D-Überlingen, veranstaltet von H.I.Z und der form (Forschungsinitiative zur Revision der Materia Medica. e.V), November 2013

St: Stapf, Archiv für die Homöopathische Heilkunst, Band 18/1, Leipzig 1840
He: Hering, Constantin, The Guiding Symptoms of our Materia Medica, New Delhi 1989, Band 7
Schin: Schindler Erna Dr. med., Eine Arzneimittelprüfung mit Mephitis putorius AHZ 1979/1
Schin*: Schindler Erna Dr. med., Fallberichte aus der Praxis
VP: Verreibungsprüfung: Während der Verreibung von C6 bis C8 beobachtete Symptome: VP 1 Mann 50 J., VP 2 Mann 52 J., VP 3 Frau 50 J., VP 4 Mann 53, VP 5 Frau 52 J., VP 6 Mann 55, VP 7 Frau 47 J., VP 8 Frau 58 J.
DDS: Chevalier/Gheerbrandt, Dictionnaire des Symboles, Laffont, Paris 1982
Bild: Fotolia.geoffkuchera