Millefolium

Aus MasiWiki
Version vom 13. August 2017, 00:09 Uhr von 3 (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen


ZENTRALE BEGRIFFE


Achillea Millefolium, Schafgarbe (Familie: Asteraceae)
Achillea – nach Achilles, der ihre Anwendung in der Medizin zuerst gelehrt haben soll. Millefolium – tausendblättrig, wegen der vielfachen Zerteilung der Blätter. Witt

Schafgarbe – Garbe, ahd gar(a) wa, mhd. garwe. Nicht sicher gedeutet. Beziehung zu gar, (germ. garwa) ist möglich: dann hiesse die Pflanze die "Bereitgestellte" wegen ihrer ausgedehnten Verwendung als Wundkraut (Kluge). Graumann deutet den Namen als die "schön und vollständig Ausgerüstete" (wegen der zahlreichen und zierlichen Blätter). Die Pflanze wird gern von Schafen gefressen und wächst auch gern auf Schafweiden. Marz

Worauf richtet sich der Fokus der inneren Aufmerksamkeit?
Millefolium merkt überall dort auf, wo er Begrenzungen wahrnimmt: Die Aussenhülle seines Körpers, das "Inkarniertsein", kann ihn ebenso irritieren wie das reale oder eingebildete Eingesperrtsein in einem Raum. Er reibt, kratzt und kämpft unermüdlich gegen dieses Gefängnis. Situationen, in denen er unausweichlich gefangen ist, machen ihn krank.
Dass die Oberfläche, die Begrenzung nach aussen, bei der Schafgarbe eine so grosse Rolle spielt, zeigt sich auch in der tausendfachen Verästelung – und damit Vergrösserung – der Blätter.



Lesen Sie weiter...

Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen

Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)

Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)

Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)

Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen





THEMENLISTE


1. Denken
Schärft die Vernunft. HeA 10
Jungen Menschen unter 30 Jahren stärkt es das Haupt, Hirn und Memoric. HeA 11
Stärkt das kalte Hirn, macht ein gut Gedächtniss. HeA 12

2. Zukunft planen
Leicht ablenkbar, war nicht bei der Sache. Habe über alles Mögliche nachgedacht, was ich einkaufen werde nachher, über eigene Dinge. VP 1
Habe die Zukunft geplant, was ich alles noch machen will, wie ich mir das Altwerden wünsche. VP 4
Bin in Gedanken. Ständig "jetzt ist dieser Abschnitt dann grad vorbei, dann kommt das Scharren, dann geben wir die nächste Portion Milchzucker hinzu..." usw. Möchte irgendwie die Zeit herumbringen und schon fertig sein. VP 5

3. Es ist ihm immer als hätte er Etwas vergessen, weiss nicht, was er thut, noch was er thun soll, confus, eingenommen im Kopfe, besonders Abends, schlimmer nach Wein oder Kaffee, wochenlang. HeA 13

4. Alles, was ihm ungelegen kommt, nach dem Mittagessen oder Abends, wo er seine Ruhe haben will, macht ihn heftig und auffahrend. HeA 2

5. Arbeit
Grosser Widerwille gegen alle Geschäfte. HeA 6
Ohne Übelbefinden, keine Lust Etwas zu thun. HeA 7

6. Wissen wie es geht
War mir immer wieder wichtig, ob ihr alle richtig rührt! Ihr habt ja alle keine Ausbildung als Drogistin! VP 3
Ich zeige ihnen, wie toll ich bin. VP 1
Insgesamt eine sehr starke Wahrnehmung der anderen: Wie sie sich verhalten, welche Stimmung sie verbreiten. Mein Blick ist latent kritisch. VP 5

7. Monotonie
Freude darüber, eine Stunde lang etwas Monotones zu tun. VP 2
Wohltuende Monotonie. Hellwach, klarer Blick und doch weggetreten. VP 2

8. Klare Sicht
Wohltuende Monotonie. Hellwach, klarer Blick und doch weggetreten. VP 2
(…) sah aber draussen die Natur stärker, kristallklare Sicht auf die Bäume, die Ziegen. VP 4

9. Vertreibt die Melancholey und Traurigkeit. HeA 8

10. Die anderen in ihrem Ernst kommen mir lächerlich vor. Habe Lust, sie zu verspotten. VP 5

11. Winseln und Seufzen des Kindes. HeA 9

12. Luft, Wind
Anfall in der Nacht 12 Uhr beim Liegen im Bette, im Schlafe, als ob ihn ein furchtbarer Windstoss erfasse und im Bette nach aufwärts höbe (von der Brust nach dem Kopfe zu, als ob dieser Sturm heulend durch den Kopf ströme und an der rechten Kopfseite oben als Flamme hinausschlage. Dabei war der rechte Arm wie gelähmt. Nach diesem Anfalle glaubte er im Schlafe, dass er wach sei und fürchtete sich vor einem zweiten solchen Anfalle, als dieser auch mit doppelter Gewalt erfolgte und ihn wie er vermuthet schreien machte, worauf er erwachte. HeA 354
Im linken Ohre ein Getöse wie von einer Fledermaus, dass sie vor Schrecken zusammenfuhr, dann beim Lachen Gefühl als wenn kalte Luft herausginge. HeA 57

13. Ströme durch den Kopfe, wie Windstösse, nach rechts wie Flammenhinausschlagen, bei Anfällen Nachts. HeA 22

14. Im linken Ohre ein Getöse wie von einer Fledermaus, dass sie vor Schrecken zusammenfuhr, dann beim Lachen Gefühl als wenn kalte Luft herausginge. HeA 57

15. Schaben, kratzen, reiben
Das hektische Schaben anderer ist unangenehm. VP 2
Das staksige Schaben der Nachbarin nervt heftig, könnte schreien! VP 2
Vorstellung eines überdimensionierten Mörsers, wie ein Kirchenglockenschwengel, der in einem Käsekessel reibt; eine Art industrialisierter Mittelherstellung. VP 2
Abneigung zu scharren, versuche möglichst wenig Geräusch zu machen, weiches Scharren; dann kratze ich gegen meinen Widerstand, kratze bewusst laut in der Schale (…) habe bösartige Gefühle, beisse auf die Zähne, wie verbissener Hass. VP 2
Habe das Gefühl, ich könne beim Scharren die Oberfläche der Schale aufkratzen. VP 2

16. Weiche Reibschale
Angenehmes Gefühl, die Reibschale ist weich, könnte versinken darin. VP 2
Beim Schaben scheint die Mörserwand wie lebendig, als ob sie vor dem Schaber ein wenig zurück wiche. VP 5

17. Bergwände, Abgründe
Im Milchzucker: Steile Bergwände und Abgründe. VP 2
Bin fasziniert von einem Bergwand-Panorama am Rand der Schale. VP 2
Überlege, ob ich diesmal beim Verreiben auch runde Strukturen sehen werde, aber das einzige, was mir einfällt, ist eine Kiesgrube mit steilen Wänden. VP 5

18. Distanziert, abgeschottet
Gemütlichkeit, Gelassenheit, etwas distanziert vom Geschehen. Sehe die Bäume im Wind ganz ungerührt. VP 2
Wohltuende Monotonie. Hellwach, klarer Blick und doch weggetreten. VP 2
Grundsätzlich war auffällig, dass gar nichts passiert. Lange nichts. Ausser der Müdigkeit, die sich durchzieht und zunimmt. Mit der Zeit nehme ich wahr, dass das mit der Prüfung zu tun hat, ich bin total in mir versunken. Ein wenig Trauer dabei, aber völlig abgeschottet. VP 3
Beim Wechsel zwischen Scharren und Verreiben meine ich, die andern hätten zu früh mit Reiben begonnen, bis ich merke, dass ich falsch bin. War völlig zeit- und raumlos. Habe niemanden rundum beachtet, sah aber draussen die Natur stärker, kristallklare Sicht auf die Bäume, die Ziegen. VP 4

19. Von oben im Turm
Bild von einem Märchen: Die Hexe wohnt oben in einem Turm. Zuoberst ist ein Glas-pavillon hoch über der Erde, man sieht auf die grüne Welt hinab. VP 2
Gucke aus dem Glaspavillon auf die Erde; sehe vom Bären gerissene Schafe, viel Blut, Bäume stehen in einem See von Blut. VP 2

20. Schafe, Wolle
(…) sehe vom Bären gerissene Schafe (…) VP 2
(…) Stochere im Fleisch der gerissenen Schafe umher (...) VP 2
Die Substanz sieht am Ende aus wie ein geschorenes Lammfell. VP 5
Gedanken schweifen zu Essengehen, Draussensitzen, Restaurant am Fluss – ich würde den Gästen abends Wolldecken und Socken bereithalten! VP 5

21. An der Oberfläche kratzen, verletzen
(…) Stochere im Fleisch der gerissenen Schafe umher, habe bösartige Gefühle, beisse auf die Zähne, wie verbissener Hass. VP 2
Habe das Gefühl, ich könne beim Scharren die Oberfläche der Schale aufkratzen. VP 2
Die Stelle am Arm, wo ich vorher gekratzt habe, fängt an zu brennen. VP 5

22. Ein rauhes Gefühl an der innern Fläche des linken Vorderarmes auf einer hand-grossen Fläche, wie von einer grossen Bürste. HeA 292

23. Gefühl ich müsse nach hinten schauen, ob die Türe zu ist. VP 2

24. Bild von vielen Schlangen. VP 4

26. Kufen, Schienen
Sehe eine Lokomotive. VP 1
Bild von Doktor Schiwago, Schlittenkufen im Schnee. VP 3

27. Raum- und zeitlos
Beim Wechsel zwischen Scharren und Verreiben, meine ich die andern hätten zu früh mit Reiben begonnen, bis ich merke, dass ich falsch bin. War völlig zeit- und raumlos. Habe niemanden rundum beachtet, sah aber draussen die Natur stärker, kristallklare Sicht auf die Bäume, die Ziegen. VP 4
Habe vollständig den Überblick verloren, wo wir uns mit Reiben, Scharren, Hinzufügen befinden. VP 5

28. Tiefer, freier Atem, Gefühl von viel Raum in der Brust. VP 2

29. Bei Beginn der 3. Verreibung wieder ein kampferartiger Geruch in der Nase, wie schon am Anfang. VP 5

30. Gefühl wie Nebel vor den Augen, nur in der Ferne, nicht in der Nähe. HeA 46

31. Hineindrückend stechender Schmerz in den Augen bis gegen die Nasenwurzel und Stirnseiten zu, Abends beim Lesen. HeA 49

32. Erschrecken bei Körpersymptomen
Erschreckendes Getöse im linken Ohre. HeA 4
Erschreckender Stich in der linken Bauchseite. HeA 5
Ein so heftig dumpfer Stich in die linke Bauchseite, dass sie darüber erschrak, beim Essen. HeA 133

33. Angst bei Herzschmerzen
Ängstlichkeit bei Herzschmerz. HeA 1
Sehr aufgeregt, bei Schmerzen in der Herzgrube. HeA 3
Bis ans Herz Hypochonderschmerz, mit Ängstlichkeit. HeA 274
HeA 133

34. Betäubung
Betäubung, Schwindel, Berauschung. HeA 14
Werde in Schweden statt Hopfen gebraucht und mache das Bier sehr betäubend. HeA 15
Ohnmacht. Was ist wenn ich jetzt da ohnmächtig werde? VP 1

35. Schwindel zum Rechts- und Nachhintenfallen bei jeder leichten geringen Bewegung, beim Gehen, nicht aber bei starker Bewegung; mit Übelkeit, besonders beim Bücken, gar nicht im Liegen, mit unveränderter Gesichtsfarbe. Nach 8 Tropfen der Tinctur Nach-mittags genommen; währte bis nächsten Mittag, wo es nach Tart. emet. 3. aufhörte. HeA 17

36. Blutwallen im Kopf
Gefühl als wenn alles Blut gegen den Kopf stiege. HeA 18
Wallen im Kopfe beim Bücken, beim Aufrichten sich verändernd, nach einer St. HeA 20
Schmerzhaftes Toben im Kopfe. HeA 21

37. Gefühl, als ob ein Band über die Stirn gezogen wäre, beim Heraufziehen der Stirnhaut. HeA 24

38. Kopfschmerz
Kopfweh als sollte die Hirnschale zerspringen. HeA 18
Eine besondere, sehr schmerzhafte Empfindung in der rechten Kopfseite, wie eingeschraubt. HeA 25

39. Reissen und Spannen im Kopf
Bis in den Oberkopf Reissen aus dem Kiefergelenke. HeA 27
Bis in die Schläfe Reissen im Gesicht. HeA 28
Gegen das Ohr Reissen vom Gesicht aus. HeA 59
In die Zähne Reissen aus dem Gesicht. HeA 86
HeA 26, 29, 30, 65-67

40. Jeden Abend 9 bis 10 Uhr Halsweh. HeA 97

41. Rechts neben dem Kehlkopfe nach hinten zu, wie innen und vorn im Schlunde, stumpf stechende, hin- und herfahrende Schmerzen, sehr empfindlich. HeA 98

42. Stechen
Im Gaumen feines Stechen und Gefühl wie zerschnitten. HeA 92
Grobe langsame Stiche oder puckende Schmerzen, immer in der Nähe der Knochen und unweit der Gelenke, mehrestens links und mehr in Hand und Fuss; wochenlang. HeA 283
HeA 31-37, 60, 98, 129, 134, 135, 293, 295

43. Haare verfilzen, fallen aus
Ausfallen der Brauenhaare, nicht der Kopfhaare, die erste Woche. HeA 45
Seine langen Haare verfitzen sich sehr oft und ungewöhnlich, trotz dem kürzern Abschneiden; zwei Wochen lang. HeA 44

44. Gesundes Aussehen
Macht das Angesicht hübsch und schön. HeA 70
So auch Einer sich verblutet und seine Farbe davon verloren hätte, kommt ihm seine natürliche Farbe wiederum. HeA 403

45. Appetit und Hunger
Befördert die Verdauung und davon scheint allein die heilsame Wirkung abzuhängen, bei sogenannten Stockungen im Unterleibe, Hypochondrie, Hämorrhoiden und anderen Blut - und Schleimflüssen, Kolik in Folge von Blähungen etc. HeA 105
Schmerzhaftes Nagen und Graben im Magen wie von Hunger. HeA 107
HeA 102, 108, 109

46. Magenschmerzen
Magendrücken, wie ein Pflock im Magen. HeA 111
Magenkrampf mit einer Empfindung, als wenn eine Flüssigkeit darin wäre, die sich aus dem Magen in die Därme nach dem After hinzöge. HeA 112
Empfindung als wäre der Magen mit zusammenziehender Erde ausgefüttert. HeA 110

47. Heilet den Bauch
Blähkrämpfe bei hysterischen und hypochondrischen Individuen. HeA 145
Schwäche, Atonie des Darmkanals und daher rührende Neigung und Disposition zu Säure, Verschleimung und Blähungen. HeA 147
Hilft, so einem etwas im Magen oder Leib zerbrochen wäre. HeA 150
Eingeklemmte Brüche. HeA 152
Der weissliche graugrün weiche Stuhl wird gelbbraun und wiederholt sich. HeA 159
HeA 130, 151

48. Wundheilung
Verwundung und Versehrung des heimlichen Gliedes. HeA 176
Erste Stelle unter den Wundkräutern. HeA 392
Behütet frische Wunden vor aller hitzigen Geschwulst und Entzündung. HeA 395
Befördert die Vernarbung der vom Steinschnitt entstandenen Wunden. Nichts besser bei den Eiterungen nach dem Steinschnitt. HeA 397
Heilte sehr schnell Zufälle von einem Falle vom Baume in Ermangelung des Wohlverleih. Das Übel war schon 3 Tage ohne arzneiliche Hülfe geblieben. HeA 399
Schmerzhafte Varices venarum der Schwangern. HeA 382
Heilet alte Schäden und die Fistel. HeA 384
Heilt Biss der giftigen Vipern. HeA 407
HeA 393, 394, 396

49. Heilte einen Krebs so weit, dass eine kleine Verhärtung zurückblieb. HeA 390

50. Blutungen hervorrufen oder stillen
Die Wurzel macht Nasenbluten. HeA 77
Gefühl in der Nase, als ob Nasenbluten einsetzen würde. VP 3
Stillet das unmässige Nasenbluten und andere Blutflüsse. HeA 79
Dieses Kraut ist einer widerwärtigen Natur, wie der hochberühmte Hieronymus Tragus, mein Präceptor sel. solches wahrgenommen, also, wenn man das Kraut stösset oder zerquetschet und es auf die blutigen Wunden legt, so stillt es das Blut; hinwieder wenn einer ein Blättlein in die Nase thut, so folget über eine kleine Weile darnach das Blut. HeA 74
So Einer von der Höhe gefallen wäre und dann Blut speiet. HeA 253
Lungenblutflüsse aus einem Schwächezustande der Gefässe. HeA 259
Bluthusten. Rüstige Achtundvierzigerin, seit zwei Jahren ohne Monatliches, ohne Veranlassung alle Abende Aufwallen in der Brust, es kommt warmes Blut im Halse herauf und läuft zum Munde heraus, dann Husten mit noch mehr hellroth blutigem Auswurfe, zusammen ein halbes Pfund; dabei grosse Mattigkeit. Ledum half nicht. Alle Abende, am stärksten beim Liegen im Bette; am Tage gar nicht. Millef. 3. Vormittags, half schon denselben Tag und bleibend. HeA 264
Wider die geschwollenen Adern des Hintern. HeA 177
Gegen profuse Hämorrhoidalblutflüsse. HeA 181
Schmerzen in der linken Nierengegend, dann Blutharnen. HeA 280
Rother, häufiger und reichlicher Harn. HeA 186
Gegen Mutterblutflüsse in und ausser der Schwangerschaft, nach der Entbindung wie nach Fehlgeburten. HeA 211
Bei unregelmässig menstruierenden jungen Mädchen Magenschmerzen. HeA 216
Heftige epileptische Anfälle nach Unterdrückung des Monatlichen; die täglich 2, 3 mal wiederholten Anfälle nicht mehr; nach 36 St. Monatliches. HeA 217
Wenn Weiber nicht schwanger werden bei zu starkem Monatlichen, oder es nicht bleiben wegen diesem, hilft Schaafgarbe als Thee getrunken. Volksmittel. HeA 224
Wird insgemein wider das Abortiren sehr hoch gelobet. HeA 226
Treibet aus das geronnene Blut. HeA 400
(…) vom Bären gerissenen Schafe kommen mir in den Sinn, viel Blut, Bäume stehen in einem See von Blut. VP 2
HeA 74-76, 78, 184, 187, 188, 190, 205, 207, 213, 225, 245, 269, 403

51. Verhaltung des Urins von Steinbeschwerden und zur Beförderung des Abganges steiniger Concremente. HeA 196
HeA 193-195

52. Ausbleibender Samen beim Beischlafe. HeA 201

53. Stillen
Bei wunden (aufgesprungenen) Brustwarzen (der Stillenden), frischer Saft. HeA 235
Keine Milch bei unterdrückten Lochien und Fieber. HeA 237

54. Fieber nach Unterdrückung
Heftiges Fieber, 3-tägig werdend; nach Unterdrückung einer veralteten Krätze bei einem 24 jährigen Mädchen. Nach Infusum Millef. in der 3. Nacht eine Menge unerträglich juckende kleine Blasen, sich bald mit Eiter füllend. HeA 361
Bösartiges Fieber mit Tetanus. HeA 362
Heftiges Fieber bei unterdrückten Lochien. HeA 363

55. Müdigkeit
Könnte weinen vor Müdigkeit. Oder mich hinlegen und sterben. Ich überlege, ob ich schon je im Leben so müde war! VP 5
ebenso VP 1,3, 4

MIASMATISCHE DYNAMIK — SEKUNDÄRE PSORA


In dieser Phase leidet Millefolium vielfältig am Thema der räumlich-sinnlichen Einfassung. Er beklagt, dass die Grenzen seiner Persönlichkeit, seiner Rechte, seines Reviers ständig überschritten werden.
Auf der einen Seite fühlt er sich also gestört durch alles, was auf ihn eindringt: Geräusche Th 15, Menschen rundum, sinnliche Eindrücke, er fühlt sich leicht irritiert Th 4. Andererseits fühlt er sich verloren und total in sich selbst versunken Th 18. Traurig stellt er fest, dass er die anderen Menschen nicht wirklich erreichen kann Th 9.
Seiner Tätigkeit steht er ablehnend und widerwillig gegenüber Th 5, vor allem, wenn sie ihn verpflichtet, irgendwo auszuharren. Er fühlt sich als Versager, weil er laufend Dinge vergisst, es entfällt ihm, was er tun wollte, und er ist völlig konfus Th 3.
Er scheint die Auseinandersetzung mit seinen Grenzen zu suchen, um sich möglichst daran zu reiben und hat dadurch in seinem Leiden etwas buchstäblich Verbohrtes.
Körpersymptome erschrecken ihn einerseits Th 32, 33, andererseits sehen wir vielleicht auch eine Art Faszination für Verletzungen, da sie ein Aufbrechen der eigenen Körpergrenze darstellen.

MIASMATISCHE DYNAMIK — TERTIÄRE PSORA


Egotrophie
Die Welt scheint Millefolium dann vollkommen, wenn er aus grosser Distanz auf die Schöpfung schauen kann. Er nimmt die Natur heller und klarer wahr, bleibt dabei aber gelassen oder gar ungerührt Th 2; kristallklar sieht er, was Sache ist Th 8. Sein Gehirn ist kalt und super funktionell Th 1.
Er beansprucht den perfekten Überblick, kontrolliert andere Th 6, verachtet sie für ihr Vorgehen und Handeln Th 10, 18. Sogar die Zukunft meint er komplett planen zu können Th 2. Dabei fühlt er sich so wohl, dass seine Brust sich weitet und er viel Raum darin spürt Th 28.
In der Kompensation seines Verlusterlebens, zerreibt er die Materie, bis es sie nicht mehr gibt. Unermüdlich und kraftvoll kratzt er an allen Begrenzungen. Möglicherweise tut er dies, indem er sich lustvoll der monotonsten Tätigkeit hingibt nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein" Th 7, 18. Anderen Menschen kann er in dieser Phase ohne Gefühl zu nahe treten, sie anfassen, rücksichtslos ihre Persönlichkeitsgrenzen überschreiten, sie belabern, weil er meint, alles besser zu wissen Th 6, 10.
Umgekehrt kann er auch versuchen, die Konfrontation möglichst zu meiden, indem er sich anpasst, sich weich zeigt und möglichst nicht aufzufallen versucht Th 16.

Egolyse
Wenn er resigniert angesichts der Anstrengung, immer an Grenzen zu stossn und sie durchbrechen zu müssen, verfällt er in eine abgrundtiefe Müdigkeit: Könnte sterben vor Müdigkeit Th 55. Er versinkt vollständig in sich selbst, bleibt traurig und kontaktlos abgeschottet in seiner Welt Th 18. Er spürt nicht mehr, dass sinnliche Impulse auf ihn eindringen möchten, nimmt Hunger, Sättigung, Schmerz nicht mehr wahr. Dies kann so weit gehen, dass er anfängt, sich selbst zu verletzen, indem er die eigene Haut schabt, reibt, aufkratzt Th 21, 22.

Alterolyse
Wenn Millefolium in seiner Gereiztheit so richtig in Fahrt kommt, spürt er eigene und fremde Grenzen nicht mehr. Er beschuldigt die anderen, ihm zu nahe gekommen zu sein, was ihn dazu gebracht habe, so heftig zu reagieren. Er hegt bösartige Gefühle und ist verbissen in seinem Hass Th 15, 21. Er verhält sich verächtlich, macht die anderen lächerlich oder ist provokativ in der Suche nach Konfrontation Th 6, 10: Schau mal, was passiert, wenn du mir zu nahe kommst!

LEITMOTIV — PRIMÄRE PSORA


Welche „Conditio humana“ lehnt er ab? Wo wünscht er sich Vollkommenheit?
Millefolium reibt sich an den engen Grenzen, welche die sinnlich-materielle Welt uns auferlegt. Der Mensch ist in diesem Raster gefangen, er erfährt darin aber auch Struktur und Halt. Wie eine Fledermaus Th 14 ihre Schreie als Echolot benutzt, um sich im Raum zu orientieren, braucht der Mensch die Sinneseindrücke, um Erfahrungen zu machen und sich dadurch im Leben zu orientieren.
Dieses Raster lehnt Millefolium ab. Er wünscht sich stattdessen eine Art Hyper-Orientierung dank geschärfter Vernunft und kaltem Hirn Th 1. Die Stängel der Schafgarbe werden für die Weissagungen des I Ging benutzt. Millefolium sehnt sich nach einem zugleich durchdringenden und distanzierten Blick auf die Schöpfung, wie der biblische Gott ihn hatte, wenn er "sah, dass es gut war".

Wo erlebt er deshalb ein Nichtgenügen, einen Verlust?
Distanz und Durchdringung sind für den Menschen aber nie gleichzeitig zu haben. Millefolium verliert deshalb zum einen die Orientierung in Raum und Zeit. Er meint nie den nötigen Überblick zu haben Th 27, glaubt Dinge vergessen zu haben, er weiss nicht was er tut Th 3.
Auf der anderen Seite verliert er die emotionale Verknüpfung mit den Dingen Th 18. Sein kristallklarer Blick auf die Welt kommt von oben, wie aus einem Turm Th 19, er ist hellwach und doch weggetreten Th 7, 8.

Was empfindet er infolge der Ablehnung als Bedrohung oder als Strafe?
Alles, was Millefolium an seine Begrenztheit erinnert, wird zur erschreckenden Bedrohung: Er muss ständig über die Schulter gucken, ob die Tür zu ist Th 23. Sinneseindrücke beschreibt er dramatisch. So wird das Geräusch einer Fledermaus zum "Getöse" Th 14, im Bett meint er von einem Windstoss erfasst zu werden, ein Sturm scheint heulend durch den Kopf zu strömen und wie Flammen oben hinauszuschlagen Th 12. Auch über Körpersymptome erschrickt er Th 32, Herzschmerzen machen ihm Angst Th 33. Er fürchtet ohnmächtig zu werden Th 34.

Wie könnte sich ein bewusster Umgang mit der Grundproblematik darstellen?
Im geheilten Zustand verfügt Millefolium über einen sorgfältigen Umgang mit dem Thema Begrenzung. Er hat ein feines Gespür für Diskretion und Reviergrenzen. Phytotherapeutisch spielt die Pflanze eine grosse Rolle bei der Wundheilung!

INTERPRETATION einzelner Themen oder Symptome


Dass sich die Grundthematik von Millefolium im Bereich des Kampfs gegen materielle Begrenzungen bewegt, zeigt sich vorzüglich in seiner phytotherapeutischen Wirkkraft: "Dieses Kraut ist einer widerwärtigen Natur, wie der hochberühmte Hieronymus Tragus, mein Präceptor sel. solches wahrgenommen, also, wenn man das Kraut stösset oder zerquetschet und es auf die blutigen Wunden legt, so stillt es das Blut; hinwieder wenn einer ein Blättlein in die Nase thut, so folget über eine kleine Weile darnach das Blut" Th 50.
Hier wird deutlich, dass ein "Reiben an der Grenze" stattfindet – die Haut kann sowohl geheilt als auch verletzt werden. Ein raues Gefühl an der innern Fläche des linken Vorderarmes auf einer handgrossen Fläche, wie von einer grossen Bürste Th 22.

Empfindung als wäre der Magen mit zusammenziehender Erde ausgefüttert Th 46. Ein weiteres Symptom, das von Grenzen spricht. Die Erde kann als Sinnbild für das Irdische, Komprimierte, Materielle verstanden werden. Statt dass Millefolium sich von Materie nährt und in ihr Halt findet, kämpft er dagegen an und erleidet in der Folge nur deren Beschwernis.

Die Bilder von einer Lokomotive, bzw. von Schlittenkufen im Schnee Th 26 beschreiben auf geistiger Ebene einen begrenzten, vorgebahnten Weg.

Bild von vielen Schlangen Th 24. Die Schlange ist ein komplexes und universelles Symbol. Unter anderem steht sie für die ursprüngliche Instinkt-Natur, die aufwallende Lebenskraft, unkontrolliert und undifferenziert LdtS – also unbegrenzt ganz im Sinne von Millefolium.

Schwindel zum Rechts - und Nachhintenfallen bei jeder leichten geringen Bewegung, beim Gehen, nicht aber bei starker Bewegung (…) Th 35 Die starke Bewegung könnte bei Millefolium ein raumgreifendes Gefühl bewirken – wohingegen die geringe, zurück-haltende, begrenzte Bewegung ihn ins Taumeln bringt.

Den idealen Überblick, die kristallklare Sicht Th 8 und damit die angestrebte Hyper-Orientierung hat Millefolium aus dem Glaspavillon hoch über der Erde Th 19. Interessant, dass bereits in den phytotherapeutischen Wirkungen berichtet wird, Millefolium helfe, so einer von der Höhe gefallen wäre Th 50.

DIFFERENTIALDIAGNOSE


Glonoinum lehnt die Begrenzung durch die körperliche Hülle ab. Er möchte sich nicht zielgerichtet und in zeitlicher Abfolge bewegen müssen, sondern überall gleichzeitig sein. Durch diesen räumlichen Anspruch entsteht Expansions-Energie, ein Wille zur Ausbreitung RMM 3. Die beiden Mittel unterscheiden sich dennoch deutlich: Wo Millefolium Reibung erfährt, wird Glonoinum plethorisch, wo Millefolium distanziert bleibt und einen kühlen Kopf behält, droht Glonoinum aus der Fassung zu geraten, zu "platzen".

Kalium carbonicum hat das Gefühl, dass ihn sein Körper daran hindert, eindeutige, unumstössliche und unveränderbare Wahrheiten zu erkennen. Er lehnt die Unsicherheiten im Erkennen ab. Die menschliche Erkenntnisweise mit Hilfe der sinnlichen Wahr-nehmungen und des Körpers ist ihm Ursache vieler übler Zustände. MMH

Allium cepa lehnt ab, in einer Situation gefangen zu sein. Dies betrifft allem voran das Eingesperrtsein im jetzigen Dasein und in einem begrenzten Körper. Der Alltag scheint ihm grau, dämmrig, klein und uninteressant. Er weigert sich, das Naheliegende zu erkennen – stattdessen strebt er schwärmerisch zu fremden Ufern, in die Ferne, in ein besseres Jenseits. RMM 1

ZUR SUBSTANZ


Achillea Millefolium, Schafgarbe (Familie: Asteraceae)
Achillea – nach Achilles, der ihre Anwendung in der Medizin zuerst gelehrt haben soll. Millefolium – tausendblättrig, wegen der vielfachen Zerteilung der Blätter. Witt

Schafgarbe – Garbe, ahd gar(a) wa, mhd. garwe. Nicht sicher gedeutet. Beziehung zu gar, (germ. garwa) ist möglich: dann hiesse die Pflanze die "Bereitgestellte" wegen ihrer ausgedehnten Verwendung als Wundkraut (Kluge). Graumann deutet den Namen als die "schön und vollständig Ausgerüstete" (wegen der zahlreichen und zierlichen Blätter). Die Pflanze wird gern von Schafen gefressen und wächst auch gern auf Schafweiden. Marz

ANMERKUNGEN


Prüfungen an Weibern und neue Zeichen, die bei Kindern entstanden, gesund oder krank, fehlen uns noch sehr. Auch wäre es wünschenswerth, das Öl zu prüfen, als das wesent- liche die Wirkung bedingende, oder das destillierte Wasser. Wir wären dabei den Gerbstoff los, der alle unsere Tincturen durchwuchert wie Queckenwurzeln.
Wer diese Prüfung unternimmt, könnte uns zur Beantwortung einer wichtigen Frage verhelfen. Die in fettem Boden gewachsene Schaafgarbe gibt ein blaues Öl, die von einem mageren Boden kommende gelbes. Cartheuser mat. med. part. post. p. 121. Das ätherische Öl aus der varietas contracta ist blau, aus der varietas dilatata gelb, aus beiden grün. Forke. Wenn diese beiden Sätze, die Jahrhunderte auseinander liegen, sich bestätigen sollten, was ich nicht entscheiden kann, so wäre es leicht, sich beide Öle rein zu verschaffen und getrennte Versuche anzustellen. Dies würde zeigen, ob mit der Farbe sich die Wirkung ändert, und wenn, in welcher Hinsicht. HeA Einleitung

QUELLEN


Überarbeitung im Rahmen der Arzneimittelstudiengruppe Olten, Oktober 2010

HeA
VP
RMM
MMH
LdtS
Witt
Marz
Bild
Hering, Constantin, Amerikanische Arznei-Prüfungen, Neuauflage Euskirchen 1998
Verreibungsprotokoll: Während der Verreibung der ganzen frischen Pflanze zur C 1 beobachtete Symptome. VP 1 Mann 53 J, VP 2 Frau 46 J, VP 3 Frau 52 J, VP 4 Frau 44 J, VP 5 Frau 55 J
Studer, Susanne, Ostermünchner, Esther, Revidierte Materia Medica Homoeopathica Band 1-3 HIZ, Hägglingen 2002, 2005, 2008
Preis, Stefan, Mattmann Peter, Weihe Christoph, Studer Susanne, Weiss Karl: Materia Medica Homoeopathica - revidiert nach Dr. Alfonso Masi-Elizalde, Luzern 1996/97
Cooper, J.C., Illustriertes Lexikon der traditionellen Symbole, Wiesbaden 1986
Wittstein, Etymologisches-botanisches Handwörterbuch, 1982, Nachdruck der Ausgabe von 1856, Sändig Reprint Verlag, Schaan FL
Marzell Heinrich, Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen, S. Hirzel, Leipzig 1943
Esther Ostermünchner